Coronavirus: was er im Kloster verändert

Erläuterung von Konventualprior Pater Albert zu den Auswirkungen des Corona-Virus auf das Klosterleben in Neresheim

 

Sie können sich vorstellen, dass bei uns im Kloster Neresheim durch den Coronavirus Wichtiges, das uns sonst ein zentrales Anliegen ist, geradezu auf den Kopf gestellt wird:

-          Wir leben im Kloster als Gemeinschaft, wohnen nebeneinander auf zwei Fluren, essen gemeinsam, beten gemeinsam - und müssen jetzt auf deutliche körperliche Distanz achten.

-          Für uns ist der öffentliche Gottesdienst ein Kernbereich unseres Selbstverständnisses - und jetzt sind wir gezwungen, dass wir wie die Apostel vor Pfingsten aus Angst hinter verschlossenen Türen beten.

-          Als Benediktiner ist uns Gastfreundschaft sehr wichtig. Wir verstehen unsere Art der Seelsorge als eine abwartende, die nicht aktiv zu den Menschen geht, sondern für sie vor Ort im Kloster anzutreffen und ansprechbar ist - und jetzt müssen wir die Gastaufnahme im eigentlichen Kloster, dem Konventgebäude neben der Abteikirche aussetzen, die Gottesdienste ohne Gemeinde im Verborgenen halten und können nur telefonische Seelsorge anbieten.

 

Ich bitte Sie eindringlich um Ihr Verständnis und bin Ihnen im Gebet verbunden.

Abtei Neresheim, 17. März 2020,

Pater Albert Knebel OSB,
Konventualprior der Abtei Neresheim



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