Tischlesung und Kompletlesung im September 2021

Aktuelle Tischlesung

»Bei Tisch der Brüder darf die Lesung nicht fehlen.« (Regel des heiligen Benedikt 38,1)

 

Andrea Gerk: Lesen als Medizin: Die wundersame Wirkung der Literatur. Berlin, 2015

 

Aktuelle Kompletlesung

Die Komplet ist das Nachtgebet der Mönche zum Abschluss des Tages.

 

Tomáš Halík: Die Zeit der leeren Kirchen: Von der Krise zur Vertiefung des Glaubens Freiburg im Breisgau 2021

 


 

Vorherige Tischlesungen

 

Nils Melzer: Fall Julian Assange : Geschichte einer Verfolgung - Der spektakuläre Report des UNO-Sonderberichterstatters für Folter. München 2021

 

Toon Horsten: Der Pater und der Philosoph: Die abenteuerliche Rettung von Husserls Vermächtnis. Übersetzung: Marlene Müller-Haas. Galiani-Berlin, 2021
Originaltitel ‏ : ‎ De pater en de filosoof. De redding van het Husserlarchief. Antwerpen, 2018 (Spiritual book award)

 

Herwig, Wolfram: Tassilo III. : Höchster Fürst und niedrigster Mönch (kleine bayerische Biografien) Regensburg, 2016


David Goodhart: Kopf Hand Herz
: Das neue Ringen um Status. Warum Handwerks- und Pflegeberufe mehr Gewicht brauchen. Aus dem Englischen von Jürgen Neubauer. München, 2021. Titel der Originalausgabe: Head Hand Heart. The struggle for Dignity and Status in the 21st Century. London, 2020

 

Volker Kauder (Hrsg.): Verfolgte Christen: Einsatz für die Religionsfreiheit. Holzgerlingen 2013

 

Silke Petersen: Maria aus Magdala : Die Jüngerin, die Jesus liebte. 3., überarb. Aufl. Mai 2019. Evangelische Verlagsanstalt Leipzig (Biblische Gestalten)
Silke Petersen, Dr. theol. habil., außerplanmäßige Professorin für Neues Testament an der Universität Hamburg.
Ihre
Forschungsschwerpunkte sind das Johannesevangelium, apokryphe Evangelien, die Jesusüberlieferung, Maria Magdalena, feministische Exegese und Hermeneutik und Genderfragen.

Thomas Meyer: Was soll an meiner Nase bitte jüdisch sein? Über den Antisemitismus im Alltag. Zürich, 2021 

Anna Mayr: Die Elenden : Warum unsere Gesellschaft Arbeitslose verachtet und sie dennoch braucht. Berlin 2. Aufl., 2020
 

Barak Obama: Ein verheißenes Land. München 2020
Titel der Originalausgabe: A Promised Land. New York 2020
 

Jürgen Kaube: Hegels Welt. Berlin, 2020



 

Fritz Wenzel: Von Bauten und Menschen: als Bauingenieur in der Denkmalpflege. Dresden, 2020 (u.a. über die Sanierung der Abteikirche Neresheim)

 

Thomas Söding: Das Christentum als Bildungsreligion : der Impuls des Neuen Testaments. Freiburg i.Br., 2016

 

Robert MacFarlane: Im Unterland : eine Entdeckungsreise in die Welt unter der Erde. Aus dem Engl. von Andreas Jandl und Frank Sievers. München 2019.
Titel der Originalausgabe: Underland. A Deep Time Journey 2019


 

Fang Fang: Wuhan Diary : Tagebuch aus einer gesperrten Stadt. Aus dem Chinesischen von Michael Kahn-Ackermann. Hamburg, 2020.
Chinesischer Titel des Tagebuchs: Wuhan feng cheng riji.

 

 

Vorherige Kompletlesungen:

Hans Schaller: Iss, sonst wird der Weg zu weit. Mainz, 2003 (Topos plus; Bd. 477)

 

Gregory Polan: Die Psalmen : Impulse zu den ältesten Gebeten der Bibel. Münsterschwarzach, 2020.
Titel der amerikanisch-englischen Original-Ausgabe: The Psalms : Songs of Faith and Praise. The Revised Grail Psalter with Commentary and Prayers / Gregory J. Polan, OSB. Mahwah, NJ / New York, 2014.
Abt Gregory Polan OSB, 2016 zum Abtprimas des Benediktinerordens gewählt, arbeitete als Wissenschaftler im Bereich Bibelübersetzungen. Vor allem wirkte er an der New American Bible mit, wobei er sich insbesondere dem Revised Grail Psalter widmete. Aus dieser Arbeit entstand das vorliegende Buch. Es bietet zu jedem Psalm eine zeitgemäße Auslegung und erschließt so interessierten Beterinnen und Betern die Psalmen auf ganz neue Weise.

 

Basil Hume: Selig die Suchenden : Texte für Menschen auf dem Weg. München, 2001.
Titel der Originalausgabe: The Mystery of Love. Übertragung aus dem Englischen: Stefan Liesenfeld.

 

Sonntag, 19.9.2021, 9:00 Uhr, Öffentliche Feier der Heiligen Messe mit Konvent und Gemeinde

Abteikirche Neresheim, Sonntag, 19. September 2021

25. Sonntag im Jahreskreis

9:00 Uhr   Öffentliche Feier der Heiligen Messe mit Konvent und Gemeinde
 

Die Heilige Messe findet am Volksaltar bei den Gemeindebänken statt.

An der Holzhay-Orgel: Julian Beutmiller, Master der Kirchenmusik, Freiburg i.Br.

Proprium: Gregorianischer Choral (Konvent)

Textlich gleich bleibende Gesänge: deutsche Gesänge aus dem Gotteslob (Gemeinde)

 

Das Tragen einer medizinischen oder FFP2 Maske ist ab dem Alter von 6 Jahren während des gesamten Gottesdienstes vorgeschrieben.

Die Heilige Kommunion darf nur in Form der Handkommunion gespendet und empfangen werden.

Die Gemeinde darf singen, aber nur mit aufgesetzter Maske.

Es gilt die 1,5 m Abstandsregel.

Nicht getrennt werden Teilnehmer, die gemeinsam leben und wohnen oder in direkter Linie miteinander verwandt sind.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, aber empfohlen:

Tel: 07326 / 85 190 (ca. 10:00 - 11:45. 15:30 - 17:30 Uhr)

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Traditionis custodes : Eine lebendige Tradition : Papst Franziskus eint den Römischen Ritus. Mit seinem Motu proprio "Traditionis custodes" bekräftigt Papst Franziskus die Liturgiereform

'Traditionis Custodes' : Papst Franziskus eint den Römischen Ritus

 

Eine lebendige  Tradition

Papst Franziskus eint den Römischen Ritus.

 

Von Rita Ferrone, 23. Juli 2021


Aus: Commonweal

https://www.commonwealmagazine.org/living-catholic-tradition?utm_content=buffercef9d&utm_medium=social&utm_source=twitter.com&utm_campaign=buffer&s=09

 

Der 16. Juli 2021 war ein großer Tag für den Römischen Ritus und für das Erbe des Zweiten Vatikanischen Konzils. Nach Jahren des Entgegenkommens gegenüber denjenigen, die die liturgischen Reformen des Konzils nicht mögen oder sie tatsächlich ablehnen, hat schließlich die höchste Autorität der Katholischen Kirche einen endgültigen Schritt unternommen, um die erneuerten Riten ausnahmslos als normativ für die gesamte Kirche des lateinischen Ritus wieder einzusetzen.

 

Papst Franziskus hat in seinem Motu proprio Traditionis custodes nicht nur das Motu proprio Summorum pontificum (2007) von Papst Benedikt, das die älteren Riten „befreit“ hatte, so dass sie von jedem Priester jederzeit feiert werden können, entschieden aufgehoben, er erklärte und stellte fest, dass die erneuerte Liturgie „die einzige lex orandi [Gesetz des Gebets]“ der heutigen Kirche ist.


Damit endet die Zweiteilung des römischen Ritus, die Papst Benedikt befürwortete, als er Summorum pontificum schrieb. Er erfand den Begriff „außerordentliche Form“, um sich auf die älteren Riten zu beziehen, und nannte die erneuerten Riten die „ordentliche Form“. Der Römische Ritus hatte nie in zwei Formen gleichzeitig existiert, doch genau das stellte er sich vor. Er forderte die Bischöfe auf, darauf zu vertrauen, dass diese „zwei Formen“ des römischen Ritus friedlich nebeneinander existieren und sich gegenseitig bereichern. Nach dreizehn Jahren wurde jedoch klar, dass dieser Traum nicht wahr werden würde.

 

Es ist klar, dass manche Menschen heitere Freude daran haben, die Messe nach den älteren Riten zu besuchen, und die keine andere Absicht haben. Aber insgesamt hat die Öffnung von mehr Raum für die älteren Riten den Konflikt in der Kirche vertieft und zu einer Politisierung der Eucharistie geführt. Das war immer eine Gefahr. Traditionalistische Bewegungen – sowohl diejenigen, die wie die Anhänger von Erzbischof Marcel Lefebvre in die Spaltung gingen, als auch diejenigen, die mit Rom verbunden blieben – werden seit langem mit rechtsextremen und autoritären politischen Regimen in Verbindung gebracht. Alles, von den Bemühungen um die Wiederherstellung der Monarchie in Frankreich (eine hoffnungslose Sache) bis zur Unterdrückung der indigenen Völker Brasiliens (ein anhaltendes Problem), ist unter der Flagge des katholischen Traditionalismus geflogen. Papst Benedikt glaubte nicht an die Gefahr, aber sie war da.



Die Opposition gegen Papst Franziskus hat auch in traditionalistischen Gemeinschaften eine Basis gefunden. Seine Lehre über Ehe und Familie, sein Ruf nach seelsorgerlicher Begleitung und vor allem sein Engagement für ökologische Verantwortung und ökonomische Gerechtigkeit werden in solchen Kreisen heftig bekämpft. Es ist kein Zufall, dass der amerikanische Kardinal Raymond Burke, einer der öffentlichsten Gegner des Papstes, ein weltweiter Kaplan der katholischen Traditionalisten ist, oder dass der Österreicher, der die Pachamama-Statue während der Amazonas-Synode in den Tiber geworfen hat, ein Traditionalist war, oder das, Als der verärgerte Ex-Diplomat des Vatikans, Erzbischof Carlo Maria Viganò, versuchte, Papst Franziskus abzusetzen, verbündete er sich mit Traditionalisten.

 

Selbst über den Skandal einer Reihe von Angriffen auf einen amtierenden Papst hinaus, hängt ein politischer Kampf um das bleibende Erbe eines ökumenischen Konzils in der Schwebe. Die Öffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils zur Welt – sein Engagement für Ökumene, interreligiösen Dialog und das Erkennen der Zeichen der Zeit – wurde von Befürwortern der älteren Riten scharf kritisiert und abgelehnt.

 

Papst Franziskus hat zweifellos schon lange von solchen Spannungen und Schwierigkeiten gehört, aber ein Wendepunkt war erreicht, als er eine weltweite Umfrage unter Bischöfen in Auftrag gab, um Summorum pontificum zu bewerten. Die Ergebnisse der Umfrage seien zutiefst beunruhigend und zwangen ihn zum Handeln, sagte er in einem Begleitschreiben zu seinem Motu proprio.

 

Die Öffnung von mehr Raum für die älteren Riten hat die Konflikte in der Kirche vertieft und zu einer Politisierung der Eucharistie geführt.

 

Die tatsächlichen Antworten wurden nicht veröffentlicht. Nur ein Dokument ist durchgesickert: der zusammenfassende Bericht aus Frankreich. Er war fair, aber auch kritisch. Vor allem stellte er fest, dass die Ziele des Projekts von Papst Benedikt – Versöhnung und Bereicherung – nicht erreicht wurden. In einer schönen Wendung berichteten die französischen Bischöfe, dass diejenigen, die die älteren Riten wünschten, „befriedet“, aber nicht versöhnt wurden.

 

Wir haben sicherlich schädliche Ergebnisse in den Vereinigten Staaten gesehen, die den weltweit höchsten Anteil an Orten haben, die die älteren Riten anbieten. Anstatt eine größere Harmonie und Nähe zur Universalkirche zu fördern, wurde die breite Verfügbarkeit der älteren Riten als Gelegenheit genutzt, eine „Kirche in der Kirche“ zu schaffen, eine Gemeinschaft abseits des Mainstreams. Zweifelhafte pastorale Praktiken haben diese Entwicklung begleitet, wie die Verwendung des Katechismus von Baltimore anstelle des Katechismus der Katholischen Kirche oder das Lesen der Douay-Reims-Bibel gegenüber modernen Bibelübersetzungen. Es geht nicht nur um Spitze und Latein. Auch eine reaktionäre Gedankenwelt wird gepflegt.

 

Der Lärm, den die Befreiung der älteren Riten in die liturgischen Diskussionen gebracht hat, kann kaum überschätzt werden, auch wenn die tatsächliche Zahl der Traditionalisten gering bleibt. Ein ständiger Strom von Kritik ist aus den traditionalistischen Enklaven hervorgegangen, die liturgische Entscheidungen, die sich aus der Reform ergeben hatten, in Frage stellten, wie die Verwendung der Landessprache, die Handkommunion, Frauen im Altarraum und der Priester, der dem Volk bei der Eucharistie gegenübersteht. Diese laute Opposition erregt Aufmerksamkeit und verursacht Ablenkung. Ein schwerwiegenderes Problem besteht darin, dass einige Anhänger der älteren Riten Zweifel an der Gültigkeit der Liturgiereform insgesamt gesät haben und die irrige Ansicht verbreiten, dass die erneuerte Liturgie einen Verrat an der Rechtgläubigkeit und eine Abkehr von „der wahren Kirche“ darstellt. Die ideologische Opposition gegen das Konzil als Ganzes hat sich nicht hat sich nicht gemildert, sondern verhärtet. Dies ist keine triviale Angelegenheit. Wenn jemand die Liturgiereform angreift, greift er das Konzil an.

 

Auch diese Situation wird immer schlimmer. Führende Stimmen unter Traditionalisten in Amerika haben Benedikts Projekt der „gegenseitigen Bereicherung“ in letzter Zeit komplett aufgegeben. Mit den neueren liturgischen Formen könne es keinen wirklichen Frieden geben, weil der erneuerte Ritus grundlegend fehlerhaft sei, eine modernistische Schöpfung. Es sei nicht einmal ein Ritus, behaupten sie, sondern eine bloße „Konstruktion“.

 

In diesem Zusammenhang ist der Schritt von Papst Franziskus von großer strategischer Bedeutung. Er korrigiert das Gleichgewicht. Er schützt die Integrität des Konzils. Er weist leichtfertige Behauptungen entschieden zurück („das wollte das Konzil nicht“; „die erneuerte Liturgie ist respektlos und nicht rechtgläubig“) und ruft alle auf einen gemeinsamen Weg zurück. Er wird keine politischen Konflikte oder Meinungsverschiedenheiten in der Kirche beseitigen, aber er beraubt Traditionalisten der Möglichkeit, die Eucharistie als Drehscheibe des Widerstands gegen das Konzil und seine legitime Umsetzung zu nutzen.

 

Einige haben geklagt, dass Papst Franziskus bei der Aufhebung von Summorum pontificum autokratisch gehandelt habe, aber tatsächlich waren seine Handlungen weitaus kollegialer als die seiner Vorgänger bei der Erweiterung der Verfügbarkeit der älteren Riten. Ein kurzer Blick in die Geschichte zeigt dies. Als Papst Johannes Paul II. 1980 erwog, ein Indult für die Feier der tridentinischen Messe zu geben, führte er eine Umfrage unter den Bischöfen der Welt durch. Die meisten erwarteten eine Spaltung und waren dagegen. Nur 1,5 Prozent waren dafür. Trotzdem ging er damit voran. Er hoffte auf eine Versöhnung mit Erzbischof Lefebvre und seinen Anhängern, die mit der Kirche gebrochen hatten, weil sie das Zweite Vatikanische Konzil nicht akzeptierten. Dieser Einsatz erwies sich als erfolglos.

 

Als Johannes Paul 1988 überlegte, ob er diese Erlaubnis ausweiten sollte, fragte er die Bischöfe nicht. Stattdessen beriet er sich mit der Glaubenskongregation unter der Leitung des damaligen Kardinals Josef Ratzinger. Erneut von der Hoffnung auf Heilung der durch das Schisma verursachten Wunde motiviert (deshalb heißt das Motu proprio Ecclesia Dei Afflicta), erweiterte er den Zugang noch mehr. Dennoch gab es keine Versöhnung mit Lefebvres Gruppe, der Bruderschaft St. Pius X (SSPX).

 

Als Benedikt XVI. 2007 Summorum pontificum herausgab, führte er keine Umfrage durch, aber es scheint, dass einige Bischöfe Zweifel äußerten und versuchten, ihn davon abzubringen. Er hat sie überstimmt. Die Geschichte wiederholte sich; die Öffnungen hin zur SSPX wurden erneut zurückgewiesen. Er sagte (im Jahr 2007), dass die Bischöfe den Verlauf von Summorum pontificum in drei Jahren beurteilen könnten. Aber bis 2020, als Franziskus seine Umfrage verschickte, wurde keine Bewertung angestrebt.

 

Wenn Sie traditionelle Liturgie finden möchten, ist sie hier – in den erneuerten Riten.

 

Als Papst Franziskus die Bischöfe der Welt konsultierte, sah er alles klar. Es war an der Zeit, den Fuß zu setzen. Demnach gibt es ab dem 16. Juli 2021 keine „Außerordentliche Form“ und „Ordentliche Form“ mehr. Es gibt nur eine Form des Römischen Ritus: die Liturgie, wie sie durch ein Dekret des Zweiten Vatikanischen Konzils erneuert wurde. Papst Franziskus bekräftigte, was auch seine Vorgänger seit dem Konzil gesagt haben: Diese Reform ist Ausdruck der gelebten katholischen Tradition.

 

Tradition ist nicht das Festhalten an Altem, sie ist eine lebendige Realität, geleitet vom Heiligen Geist, der durch die Kirche und ihre Leitung wirkt. Franziskus sagt, wenn Sie traditionelle Liturgie finden wollen, dann ist sie hier – in den erneuerten Riten. Er hat die älteren Riten nicht ganz verboten. Die der Reform vorausgegangenen liturgischen Bücher können weiterhin zur Feier der Liturgie verwendet werden (gemäß der Ausgabe von 1962), jedoch unter begrenzten Umständen, nicht in Pfarrkirchen (wörtlich: Pfarreien; Anm. des Übersetzers) und nicht nach Lust und Laune einzelner Priester. Es ist Sache des Ortsbischofs zu entscheiden, wann und wo diese Liturgien von wem gefeiert werden dürfen. Papst Franziskus hat klargestellt, dass die Bischöfe diese Erlaubnis niemandem erteilen sollen, der die Legitimität und Rechtgläubigket der Reform in Frage stellt oder die Autorität des Papstes und der Bischöfe ablehnt. Jeder nach dem 16. Juli 2021 geweihte Priester, der die älteren Riten zelebrieren möchte, muss die Erlaubnis seines Bischofs und Roms einholen.

 

Der Bischof kann auch entscheiden, wie lange solche Feiern fortdauern dürfen. Mehrere amerikanische Bischöfe haben bereits auf Traditionis Custodes reagiert, als ob sie eine Freikarte hätten, um die älteren Riten auf unbestimmte Zeit fortzusetzen. Das ist nicht wahr. Franziskus hat ausdrücklich gesagt, dass ihre Aufgabe darin besteht, diese Gemeinschaften, die derzeit den älteren Riten folgen, zu einem Geistes- und Seelenzustand zu führen, in dem sie die hauptsächliche Liturgie der Kirche mit voller und aufrichtiger Zustimmung feiern können. Dies ist das Ziel – nicht Befriedung, nicht Fortführung der älteren Riten, sondern die Annahme der erneuerten Liturgie als „einheitlicher Ausdruck des römischen Ritus“. Der Bischof als Hüter der Tradition ist verpflichtet, seine Autorität im Einvernehmen mit dem Heiligen Stuhl auszuüben, und das bedeutet, in die von Papst Franziskus vorgegebene Richtung zu gehen.

 

Die meisten Katholiken hatten nie Einwände gegen Benedikts Initiative, weil sie aus ihrer Sicht eine kleine Gruppe von Menschen betraf und sie nicht persönlich betreffen würde. In einer Zeit, in der Individualismus und Verbraucherwahl als normal erscheinen, schien es nicht abwegig, Boutique-Alternativen für unterschiedliche liturgische Geschmäcker anzubieten, selbst wenn dies eine Vorliebe für eine Liturgie beinhaltete, die von einem ökumenischen Konzil durch eine rechtmäßige Reform ersetzt worden war. Aber Liturgie ist nicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks. Es ist eine Frage des Glaubens und des Gehorsams. Sie gehört zur Gemeinschaft, ist deshalb gesetzlich verankert und einer Autorität unterworfen.

 

Es sei daran erinnert, dass die Etablierung der erneuerten Liturgie als „einheitlicher Ausdruck des römischen Ritus“ das Bekenntnis der Kirche zur Inkulturation in keiner Weise beeinträchtigt, wie der Schweizer Liturgiewissenschaftler Martin Klöckener zu Recht feststellte. Inkulturation ist eine ganz andere Frage, denn in jedem Fall ist der reformierte römische Ritus die Grundlage der Inkulturation.

 

Papst Franziskus will die liturgischen Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils vorantreiben. Davon zeugt seine jüngste Entscheidung, die Ämter von Lektoren und Akolythen für Frauen zu öffnen, ebenso wie seine Betonung des Wortes Gottes, der Mystagogie und der liturgischen Katechese. Durch seine Offenheit für die Inkulturation, seine Entscheidung zur Fußwaschung für Frauen am Gründonnerstag, die Rückgabe der Autorität über liturgische Übersetzungen an die Bischöfe und sogar durch die Einschränkung der Privatmessen im Petersdom zugunsten der Konzelebration hat er die Reform vorangetrieben.

 

Der letzte noch lebende italienische Bischof, der am Zweiten Vatikanischen Konzil teilnahm, ist der im Ruhestand lebende Bischof von Ivrea, Luigi Bettazzi, 98 Jahre alt. Er ist auch der letzte noch lebende Unterzeichner des „Pakts der Katakomben“ (ein Versprechen von 40 Konzilsvätern zur Annahme evangelische Armut, Demut, Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Zeugnis). Vier Tage nachdem Franziskus sein Motu proprio verkündet hatte, und sicherlich mit Blick auf diese Ereignisse, sagte er: „Wir sind auf halbem Weg über die Furt, aber denken wir daran, dass wir sie noch überqueren müssen.“ Die Furt ist die vollständige Umsetzung des Zweiten Vatikanischen Konzils.

 

Rita Ferrone ist Autorin mehrerer Bücher über Liturgie, darunter: Liturgie: Sacrosanctum Concilium (Paulist Press). Sie ist Autorin bei Commonweal.

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Arbeitsübersetzung von Pater Albert Knebel OSB, Mag. theol. mit Diplomarbeit im Fach Liturgiewissenschaft. Vorsitzender der Liturgiekommission der Beuroner Benediktiner Kongregation. Konventualprior der Abtei Neresheim.

Für Hinweise auf sprachliche bzw. theologische oder andere sachliche Fehler bin ich sehr dankbar.

Abtei Neresheim, 28.07.2021

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Latein in der erneuerten Liturgie - warum?

 

Bitte beachten:

 

Die Feier der Heiligen Messe, d.h. sowohl das Konventamt als auch die Gemeindemesse, feiern wir immer gemäß der vom Hochheiligen Ökumenischen Zweiten Vatikanischen Konzil beschlossenen und unter der Autorität des heiligen Papstes Pauls VI. und des heiligen Papstes Johannes Paul II. durchgeführten liturgischen Erneuerung, also gemäß dem Missale Romanum von 1970. Wir verwenden das Deutsche Messbuch von 1975 in seinem neuesten Nachdruck und das mit dem Text der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift von 2016 neu herausgegebene Messlektionar der Bistümer des deutschen Sprachgebiets. Die lateinischen gregorianischen Gesänge entnehmen wir dem Graduale Romanum von 1974, ergänzt gemäß dem Ordo Cantus Missae von 1988.

 

Im Stundengebet singen wir Psalmen in lateinischer Sprache gemäß der 1979 unter der Autorität des heiligen Papstes Papst Johannes Paul II. herausgegebenen Nova Vulgata Bibliorum Sacrorum Editio, Editio typica altera.

 

Für die deutschsprachigen Psalmen verwenden wir das Monastische Stundenbuch der Salzburger Äbtekonferenz von 1981.

 

 

Warum Latein in der Liturgie?

 

Wir Benediktinermöche im Kloster Neresheim singen in unserem Konventamt (Heilige Messe) und in unserem gemeinsamen Chorgebet (d.h. Monastisches Stundengebet; Liturgia horarum monastica) viele Teile auf Latein. Warum das?

 

Die Mehrzahl der liturgischen Texte, die in lateinischer Sprache verfasst sind, geht auf die Antike zurück; es handelt sich um literarisch bedeutende Texte unseres Glaubens, die im Laufe der Jahrhunderte durch ununterbrochene Tradition gebraucht und weitergegeben worden sind. Moderne Übersetzungen sind diesem Sprachfluss und der inhaltlichen Tiefe selten gewachsen.
Entsprechendes gilt auch für die Gregorianik: Die Melodien sind mehr als 1000 Jahre alt und bezwecken, die vorwiegend der Bibel entnommenen lateinischen Texte musikalisch zur Geltung zu bringen. Sie sind Teil der ältesten europäischen Musik, die bis heute gepflegt wird und gehören zum lebendigen Erbe abend-
ländischer Kultur

 

Die lateinische Liturgie und die Gregorianik betrachten wir daher als einen Schatz – sowohl für die Kirche wie auch für die Menschheit überhaupt. Aus diesem Grund pflegen wir diese Tradition. Durch den besonderen Reichtum diese Texte werden wir allmählich innerlich geprägt und unser Gebet wird gefördert.
Wer ohne Lateinkenntnisse oder mit geringen Lateinkenntnissen in unser Kloster eintritt, erhält im Noviziat Unterricht in Bibel- und Kirchenlatein.
Für das bessere Verstehen der lateinischen stehen Texte in deutscher Übersetzung zur Verfügung.

 

Die Lesungen aus der Heiligen Schrift und aus den Kirchenvätern tragen wir immer auf Deutsch vor.

 

Was singen wir in Latein?

 

VIGIL: An bestimmten Hochfesten je nach Festgrad: Invitatorium, Hymnus, Responsorien, Te Deum.
An jedem Sonntag und Festtag: Te decet laus.

LAUDES: Taglich singen wir in den Laudes lateinisch: Responsorium, Hymnus, Versikel, Benedictus mit Antiphon und Abschluss.

TERZ: Täglich singen wir den Hymnus lateinisch.

KONVENTAMT: Täglich singen wir das gregorianische Proprium und Ordinarium.
Orationen, Lesungen und Eucharistisches Hochgebet sind auf Deutsch.

VESPER: Täglich ganz auf Latein gesungen; Schriftlesung auf deutsch.

KOMPLET: Täglich wird die Marianische Antiphon lateinischisch gesungen.
An Hochfesten und Festen unter der Woche sind alle Gesänge auf Latein, die Schriftlesung auf deutsch.

 

 

Traditionis custodes : Motu proprio unseres Heiligen Vaters Papst Franziskus

'Traditionis custodes' : Motu proprio unseres Heiligen Vaters Papst Franziskus
 

Mit großer Freude begrüße ich die überaus weise und klare Entscheidung unseres Heiligen Vaters Papst Franziskus, die Messfeier gemäß den vorkonziliaren Büchern nur noch unter strikten Einschränkungen zuzulassen. In der Sorge um die Einheit der Kirche hat er deutlich gemacht, dass die liturgische Erneuerung in Ausführung der Konzilskonstitution "Sacrosanctum Concilium" des II. Vatikanischen Konzils notwendig und richtig war. Mit großer Erleichterung lese ich, dass das Motu Proprio "Traditionis Custodes" die "ordentliche Form" als "einzige Ausdrucksweise" des römischen Ritus sieht. Auch hat Papst Franziskus der Unordnung ein Ende gesetzt: ein Priester darf nun nicht mehr ohne Erlaubnis des Diözesanbischofs das Missale Romanum vor der Erneuerung von 1970 verwenden.

Ich bin froh, dass sowohl mein Vorgänger als auch ich Zelebrationen im nun glücklicherweise nicht mehr so genannten außerordentlichen Ritus in unserer Abteikirche nie gestattet haben.

Abtei Neresheim, 16. Juli 2021. Aktualisiert am 4. September 2021

Pater Albert Knebel OSB,
Konventualprior

 

Papst Franziskus schränkt Feier der Alten Messe ein

2007 hatte Papst Benedikt XVI. mit "Summorum Pontificum" die Feier der Alten Messe deutlich erleichtert. Jetzt nimmt Papst Franziskus die damaligen Regelungen wieder weitgehend zurück. Das Motu Proprio "Traditionis Custodes" sieht die ordentliche Form als "einzige Ausdrucksweise" des römischen Ritus.

Papst Franziskus hat die Feier der "Alten Messe" größeren Einschränkungen unterworfen. Das am Freitag veröffentlichte Motu Proprio "Traditionis Custodes" ("Wächter der Tradition") legt fest, dass es dem Diözesanbischof obliegt, die liturgischen Feiern seiner Diözese zu regulieren und es in seiner alleinigen Zuständigkeit liegt, die Feier der Messe in ihrer außerordentlichen Form zuzulassen. Damit schränkt der Papst den von seinem Vorgänger Benedikt XVI. mit dem Motu Proprio "Summorum Pontificum" (2007) erleichterten Zugang zur "Alten Messe" deutlich ein.

Bischöfe müssen sicherstellen, dass Gruppen, die die Liturgie in der Form von 1962 feiern, nicht die Gültigkeit und Legitimität der Liturgiereform leugnen. Sie müssen eine oder mehrere Orte festlegen, an denen die Alte Messe gefeiert werden kann, jedoch nicht in Pfarrkirchen und ohne neue Personalpfarreien zu errichten. Neben weiteren Bestimmumgen müssen Bischöfe dafür Sorge tragen, dass keine neue Gruppen, die die außerordentliche Form feiern, errichtet werden. Das Motu Proprio legt zudem fest, dass die bisher auf Latein vorgetragenen Lesungen künftig in der Landessprache vorzulesen sind.

Scharfe Kritik des Papstes an spalterischen Tendenzen durch Alte Messe

In einem Begleitschreiben zum Motu Proprio betonte Papst Franziskus, dass die Ergebnisse einer von der Glaubenskongregation in seinem Auftrag durchgeführten Umfrage unter den Diöezsanbischöfen eine Situation zu Tage gefördert habe, die ihn "beunruhigt und bedrückt". "Bedauerlicherweise wurde das pastorale Ziel meiner Vorgänger, die beabsichtigt hatten, 'alles zu tun, damit alle, die wirklich den Wunsch nach Einheit haben, die Möglichkeit finden, in dieser Einheit zu bleiben oder sie neu zu entdecken', oft ernsthaft missachtet, so der Papst. Die Großherzigkeit der Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. sei "ausgebeutet" worden, "um die Trennungen zu vergrößern, die Unterschiede zu verstärken und Unstimmigkeiten zu fördern, die die Kirche verletzen, ihren Weg blockieren und sie der Gefahr der Spaltung aussetzen".

 

Ein letzter Grund für meine Entscheidung ist folgender: Immer deutlicher wird in den Worten und Haltungen vieler der enge Zusammenhang zwischen der Wahl der Zelebrationen nach den liturgischen Büchern vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil und der Ablehnung der Kirche und ihrer Institutionen im Namen dessen, was man die "wahre Kirche" nennt.

Zitat: Papst Franziskus, Begleitschreiben zum Motu Proprio

Zugleich zeigte sich der Papst traurig über liturgische Missbräuche allgemein, auch bei der Feier der Messe in der ordentlichen Form. Auch nach der Liturgiereform stehe der römische Ritus in Treue zur Tradition: "Wer mit Hingabe nach früheren Formen der Liturgie feiern möchte, findet im reformierten Römischen Messbuch nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil alle Elemente des Römischen Ritus, insbesondere den Römischen Kanon, der eines seiner prägenderen Elemente darstellt", betont der Papst.

Mit seiner Entscheidung wendet sich Franziskus auch dagegen, dass die Zurückweisung der Liturgiereform mit einer Zurückweisung des Zweiten Vatikanischen Konzils im Namen einer angeblich "echten Kirche" verbunden wird: "Zur Verteidigung der Einheit des Leibes Christi sehe ich mich gezwungen, die von meinen Vorgängern gewährte Möglichkeit zu widerrufen. Der verzerrte Gebrauch, der von dieser Möglichkeit gemacht wurde, steht im Widerspruch zu den Absichten, die zur Gewährung der Freiheit, die Messe mit dem Missale Romanum von 1962 zu feiern, geführt haben."

Zelebration der Alten Messe bedarf bischöflicher Genehmigung

Priester, die nach dem Erscheinen des neuen Motu Proprio ordiniert werden, müssen die Feier der Alten Messe bei ihrem Bischof beantragen, dieser hat vor seiner Genehmigung den Heiligen Stuhl zu konsultieren, Priester, die bereits die Alte Messe feiern, sollen bei ihrem Bischof um eine Genehmigung bitten, dies weiterhin zu tun. Die Gemeinschaften, die sich der Alten Messe verschrieben haben, fallen künftig unter die Zuständigkeit der Ordenskongregation, die zusammen mit der Gottesdienstkongregation den Heiligen Stuhl in allen Fragen der Alten Messe vertritt. Mit "Traditionis Custodes" werden alle zuvor geltenden Regelungen außer Kraft gesetzt, also auch "Summorum Pontificum". Die Unterscheidung des Römischen Ritus in eine "ordentliche" und eine "außerordentliche" Form nimmt das neue Motu Proprio nicht wieder auf. Stattdessen gilt die Feier der Messe in ihrer durch Paul VI. und Johannes Paul II. festgelegten Gestalt als "einziger Ausdruck der 'lex orandi' des Römischen Ritus".

Papst Benedikt XVI. hatte mit dem Motu Proprio "Summorum Pontificum" zum 14. September 2007 die Feier der Messe nach den Messbüchern von 1962 wesentlich erleichtert. Das Schreiben erkannte die alte und die neuere Form als gleichermaßen rechtgläubige, aber nicht gleichberechtigte Formen des römischen Ritus an. Normalform der Messe ist demnach die ordentliche Form, wie sie Papst Paul VI. in seiner Liturgiereform im Nachgang des Zweiten Vatikanischen Konzils verfügte. Die Feier der Liturgie in der letzten vor der Reform veröffentlichten Fassung von 1962 gilt als außerordentliche Form. Unter den Bestimmumgen von "Summorum Pontificum" wurde es allen Priestern erlaubt, die außerordentliche Form ohne Gemeinde ohne Einschränkungen zu feiern, Bischöfe sind gehalten, die Wünsche von Gläubigen nach der Alten Messe nach Möglichkeit zu erfüllen.

Paul VI. sah Festhalten an alter Form als "Symbol der Verurteilung des Konzils"

Papst Paul VI. hatte sich deutlich gegen Zugeständnisse für Priester und Bischöfe gewandt, die nach der Liturgiereform an der Alten Messe festhalten wollten. Gegenüber dem französischen Philosophen und Schriftsteller Jean Guitton bezeichnete er den Widerstand gegen die neue Liturgie als "Symbol der Verurteilung des Konzils". War die Verwendung der Liturgie in ihrer Fassung vor der Liturgiereform nach der Reform zunächst überhaupt nicht zugelassen, erlaubte Papst Johannes Paul II. in den 1980er Jahren die Feier der "Alten Messe" aus pastoralen Gründen und mit bischöflicher Sondergenehmigung. 1988 hatte er die Kommission Ecclesia Dei eingerichtet, die die Wiederherstellung der Einheit mit traditionalistischen Gruppen aus dem Umfeld von Erzbischof Marcel Lefebvre, dem Gründer der Piusbruderschaft, zum Auftrag hatte. Papst Franziskus hat die Kommission Ecclesia Dei 2019 aufgelöst und ihre Aufgaben an die Glaubenskongregation übertragen. 

Das neue Motu Proprio hatte sich in den vergangenen Wochen bereits abgezeichnet. Prominente Fürsprecher der Alten Messe hatten sich mit Plädoyers zu Wort gemeldet, so der ehemalige Präfekt der Liturgiekongregation, Kardinal Robert Sarah, der in Benedikt XVI. einen "Papst des liturgischen Friedens" sah, und der emeritierte Bischof von Hongkong, Kardinal Joseph Zen, der betonte, dass die "Alte Messe" seiner Einschätzung nach nicht zu Spaltungen unter den Gläubigen führe.

Im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass die Glaubenskongregation die Bischöfe der Weltkirche nach ihren Erfahrungen mit der außerordentlichen Form und der Anwendung von "Summorum Pontificum" befragt hatte. Fürsprecher der Alten Messe reagierten besorgt auf die Umfrage, die auch nach negativen Aspekten gefragt hatte. Die später bekannt gewordenen Rückmeldungen aus der französischen Bischofskonferenz zeichneten ein Bild einer durch die Liturgie gespaltenen Kirche und stießen in traditionalistischen Kreisen auf Widerspruch. In einer eigenen Erhebung betonte die internationale Una-Voce-Föderation, eine Initiative zur Förderung der traditionellen Liturgie, dass die Alte Messe vor allem junge Menschen und Familien erreiche und keineswegs spalte. Schätzungen zufolge zelebriert etwa ein Prozent der Priester weltweit in der außerordentlichen Form. (fxn)

 

 

Text aus www.katholisch.de

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