Traditionis Custodes : Aufklärung über Kommentare zum Motu proprio von Papst Franziskus

 

Austen Ivereigh clarifies comments on ‘Traditionis Custodes’

Austen Ivereigh klärt über Kommentare zu 'Traditionis Custodes' auf


By Austen Ivereigh, 20 July 2021

Von Austen Ivereight, 20. Juli 2021


Aus: Catholic outlook. New from the Diocese of Paramatta

https://catholicoutlook.org/austen-ivereigh-clarifies-comments-on-traditionis-custodes/

 

Arbeitsübersetzung von Pater Albert Knebel OSB, Mag. theol. mit Diplomarbeit im Fach Liturgiewissenschaft. Vorsitzender der Liturgiekommission der Beuroner Benediktiner Kongregation. Konventualprior der Abtei Neresheim.
Für Hinweise auf sprachliche bzw. theologische oder andere sachliche Fehler bin ich sehr dankbar.
Abtei Neresheim, 2.8.2021
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The publishing of the new instructions from the Vatican for the use of the Roman Liturgy prior to the reform of 1970, the Motu Proprio Traditionis Custodes, last Friday 16 July 2021, has resulted in some online commentary. Austen Ivereigh, Pope Francis’ biographer, clarifies some inaccuracies or misrepresentations that have been circulating. We have republished his comments below. 

Die Veröffentlichung der neuen Anweisungen des Vatikans für die Verwendung der römischen Liturgie vor der Reform von 1970, dem Motu Proprio ‚Traditionis‘ Custodes, vom vergangenen Freitag, den 16. Juli 2021, hat zu einigen Online-Kommentaren geführt. Austen Ivereigh, der Biograf von Papst Franziskus, klärt einige Ungenauigkeiten oder Falschdarstellungen auf, die im Umlauf waren. Wir haben seine Kommentare unten erneut veröffentlicht.

 

You’ll also find them in his Twitter Feed @austeni dated 18 July 2021. Here is the link to the Twitter thread. 

Sie finden sie auch in seinem Twitter-Feed @austeni vom 18. Juli 2021. Hier ist der Link zum Twitter-Thread.

 

1/14 The Catechism of the Catholic Church defines schism as “the refusal of submission to the Supreme Pontiff or of communion with the members of the Church subject to him.” There is always a choice: submit or rebel.  

1/14 Der Katechismus der Katholischen Kirche definiert Schisma als "die Weigerung, sich dem Papst zu unterwerfen oder mit den ihm unterstehenden Mitgliedern der Kirche in Gemeinschaft zu sein". Es gibt immer eine Wahl: sich unterwerfen oder rebellieren. 

2/14 Prophets & saints & faithful people always submit (sometimes patiently, suffering in silence, and sometimes vindicated by history). Schismatics always refuse to submit.  

2/14 Propheten, Heilige und gläubige Menschen unterwerfen sich immer (manchmal geduldig, in Stille leidend, und manchmal durch die Geschichte bestätigt). Schismatiker weigern sich immer, sich zu unterwerfen.

3/14 To claim that Traditionis Custodes  will push some traditionalists into leaving the Church means only they were already in schism, but claiming not to be, in spite of the incessant anti-papal, anti-Vatican II rhetoric pouring from their blogs and websites.  

3/14 Zu behaupten, dass Traditionis Custodes einige Traditionalisten dazu bringen wird, die Kirche zu verlassen, bedeutet nur, dass sie sich bereits im Schisma befanden, aber behaupten, es nicht zu sein, trotz der unaufhörlichen antipäpstlichen, gegen das II. Vatikanum gerichteten Rhetorik, die aus ihren Blogs und Websites strömt.

4/14 Liturgical abuses post-V2 are not the *cause* of this schism but its *pretext*. Like B16, Francis deplores the “abuses in the celebration of the liturgy”. But such abuses do not justify “a rejection not only of the liturgical reform, but of the Vatican Council II itself”.  

4/14 Liturgische Missbräuche nach dem II. Vatikanum sind nicht die Ursache dieses Schismas, sondern ihr Vorwand. Wie Benedikt XVI. bedauert Franziskus die "Missstände bei der Feier der Liturgie". Aber solche Missbräuche rechtfertigen nicht "eine Ablehnung nicht nur der Liturgiereform, sondern des Zweiten Vatikanischen Konzils selbst". 

5/14 Francis tells the bishops: “To doubt the Council is … to doubt the Holy Spirit himself who guides the Church.” It is to create your own church, claiming the Church has been betrayed. That is schism.  

5/14 Franziskus sagt zu den Bischöfen: "Am Konzil zu zweifeln ist ... am Heiligen Geist selbst zu zweifeln, der die Kirche führt." Es (dieser Zweifel, Anm. d. Übers.) bedeutet, eine eigene Kirche zu schaffen und zu behaupten, die Kirche sei verraten worden. Das ist Schisma.

6/14 To those who accuse Francis of authoritarianism, consider that he is dealing with “comportment that contradicts communion” which ALWAYS demands the Pope act. Hence he is “constrained” to act “in defense of unity of the Body of Christ”. He has no choice.  

6/14 An diejenigen, die Franziskus beschuldigen, autoritär zu handeln: bedenken Sie, dass er es mit einem "Verhalten zu tun hat, das der Gemeinschaft widerspricht", das IMMER vom Papst verlangt, zu handeln. Daher ist er "gezwungen", "zur Verteidigung der Einheit des Leibes Christi" zu handeln. Er hat keine Wahl.

7/14 Liturgy is not a private matter, not a consumer fetish. Liturgical celebrations are the “sacrament of unity” in which the people of God gather under the authority of bishops in communion with the See of Peter. A parallel liturgy that fosters schism violates the sacrament.  

7/14 Liturgie ist keine Privatsache, kein Konsumfetisch. Die liturgischen Feiern sind das »Sakrament der Einheit«, in dem sich das Volk Gottes unter der Autorität der Bischöfe in Gemeinschaft mit dem Stuhl Petri versammelt. Eine parallele Liturgie, die das Schisma fördert, verletzt das Sakrament. 

8/14 Francis is acting to restore the Church’s authentic tradition by asking bishops to regulate liturgical celebrations, helping those “rooted” in the traditional liturgy to “return to the Roman rite”, while being vigilant about the proper celebration of Mass.  

8/14 Franziskus handelt, um die authentische Tradition der Kirche wiederherzustellen, indem er die Bischöfe auffordert, die liturgischen Feiern zu regeln und denjenigen, die in der traditionellen Liturgie "verwurzelt" sind, zu helfen, "zum römischen Ritus zurückzukehren", während sie (die Bischöfe, Anm. d. Übers.) auf die ordnungsgemäße Feier der Messe achten.

9/14 He also asks bishops to disallow “personal parishes tied more to the desire and wishes of individual priests than to the real need of the ‘holy People of God.’” Catholic priests serve the People, not small groups of purists.  

9/14 Er bittet die Bischöfe auch, "Personalpfarreien zu verbieten, die mehr an die Sehnsüchte und Wünsche einzelner Priester als an die wirkliche Not des 'heiligen Volkes Gottes' gebunden sind." Katholische Priester dienen dem Volk, nicht kleinen Gruppen von Puristen. 

10/14 And he deals with schism in the heart of our seminaries. “Seminarians and new priests should be formed in the faithful observance of the prescriptions of the Missal and liturgical books, in which is reflected the liturgical reform willed by Vatican Council II.”  

10/14 Und er beschäftigt sich mit dem Schisma im Herzen unserer (Priester-, Anm. d. Übers.) -Seminare. "Seminaristen und Jungpriester sollten in der treuen Einhaltung der Vorschriften des Messbuchs und der liturgischen Bücher ausgebildet werden, in denen sich die vom Zweiten Vatikanischen Konzil gewillte Liturgiereform widerspiegelt."

11/14 Francis recalls that it was to deal with the threat of schism that Benedict allowed for freer use of 1962 Missal. But it was “exploited to widen the gaps, reinforce the divergences, and encourage disagreements that … expose her to the peril of division.”  

11/14 Franziskus erinnert daran, dass Benedikt zur Bewältigung der Gefahr des Schismas eine freiere Verwendung des Missale von 1962 erlaubte. Aber diese Erlaubnis (Anm. d. Übers.) wurde "ausgenutzt, um die Kluft zu vergrößern, die Divergenzen zu verstärken und Meinungsverschiedenheiten zu fördern, die ... sie (die Kirche, Anm. d. Übers.) der Gefahr der Spaltung aussetzen." 

12/14 Hence, for the sake of the “unity of the Body of Christ” he has abrogated Benedict’s faculties, re-establishing the centuries-old tradition of a single Latin-rite Mass. “This unity I intend to re-establish throughout the Church of the Roman Rite,” he says.  

12/14 Daher hat er um der "Einheit des Leibes Christi" willen die Erlaubnisse Benedikts aufgehoben und die Jahrhunderte alte Tradition einer einzigen Messe des lateinischen Ritus wiederhegestellt. "Diese Einheit beabsichtige ich, in der gesamten Kirche des römischen Ritus wiederherzustellen", sagt er.

13/14 The whole purpose of Traditionis Custodes is unity, the defense of “communion even in the unity of one, single Rite, in which is preserved the great richness of the Roman liturgical tradition”.  

13/14 Die ganze Absicht von Traditionis Custodes ist die Einheit, die Verteidigung der »Gemeinschaft auch in der Einheit eines einzigen Ritus, in dem der große Reichtum der römischen liturgischen Tradition bewahrt wird«

14/14 To reject Traditionis Custodes, to urge disobedience to Peter who is acting as the Lord directed him, to claim it has no authority, or is of the devil … *this is SCHISM, as the Catechism defines it.* God made us free: to submit or not. We always have a choice.  

14/14 Traditionis Custodes abzulehnen, den Ungehorsam gegenüber Petrus zu fordern, der so handelt, wie der Herr ihn angewiesen hat, zu behaupten, es (Traditionis Custodes, Anm. d. Übers.) habe keine Autorität oder sei vom Teufel ... *das ist Schisma, wie der Katechismus es definiert.* Gott hat uns frei gemacht: sich zu unterwerfen oder nicht. Wir haben immer die Wahl.

 

Eine lebendige Tradition : Papst Fanziskus eint den Römischen Ritus. Mit seinem Motu proprio "Traditionis custodes" bekräftigt Papst Franziskus die Liturgiereform

 

A Living Catholic Tradition   -   Eine lebendige  Tradition

Pope Francis unifies the Roman Rite.   Papst Fanziskus eint den Römischen Ritus.

 

By Rita Ferrone

July 23, 2021

Von Rita Ferrone, 23. Juli 2021


Aus: Commonweal

https://www.commonwealmagazine.org/living-catholic-tradition?utm_content=buffercef9d&utm_medium=social&utm_source=twitter.com&utm_campaign=buffer&s=09

 

Pope Francis celebrates Mass in Rome, April 11, 2021 (CNS photo/Vatican Media).

Papst Franziskus feiert die Messe in Rom am 11. April 2021 (Foto: CNS / Vatican Media).

 

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Arbeitsübersetzung von Pater Albert Knebel OSB, Mag. theol. mit Diplomarbeit im Fach Liturgiewissenschaft. Vorsitzender der Liturgiekommission der Beuroner Benediktiner Kongregation. Konventualprior der Abtei Neresheim.
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Abtei Neresheim, 28.07.2021
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July 16, 2021 was a great day for the Roman Rite and for the legacy of the Second Vatican Council. Finally, after years of accommodating those who dislike or actually reject the liturgical reforms of the Council, the Catholic Church’s highest authority took a definitive step to re-establish the reformed rites as normative for the whole Latin Rite Church, without exception.


Der 16. Juli 2021 war ein großer Tag für den Römischen Ritus und für das Erbe des Zweiten Vatikanischen Konzils. Nach Jahren des Entgegenkommens gegenüber denjenigen, die die liturgischen Reformen des Konzils nicht mögen oder sie tatsächlich ablehnen, hat schließlich die höchste Autorität der Katholischen Kirche einen endgültigen Schritt unternommen, um die erneuerten Riten ausnahmslos als normativ für die gesamte Kirche des lateinischen Ritus wieder einzusetzen.


Pope Francis, in his motu proprio Traditionis custodes, not only firmly abrogated Pope Benedict’s motu proprio Summorum pontificum (2007) which had “freed” the older rites, allowing them to be celebrated by any priest at any time, he also declared and established that the reformed liturgy is “the unique lex orandi [law of prayer]” of the Church today.


Papst Franziskus hat in seinem Motu proprio Traditionis custodes nicht nur das Motu proprio Summorum pontificum (2007) von Papst Benedikt, das die älteren Riten „befreit“ hatte, so dass sie von jedem Priester jederzeit feiert werden können, entschieden aufgehoben, er erklärte und stellte fest, dass die erneuerte Liturgie „die einzige lex orandi [Gesetz des Gebets]“ der heutigen Kirche ist.


This puts an end to the bifurcation of the Roman Rite that Pope Benedict endorsed when he wrote Summorum pontificum. He invented the term “Extraordinary Form” to refer to the older rites, and called the reformed rites the “Ordinary Form.” The Roman Rite had never existed in two forms at the same time, yet that is what he envisioned. He urged the bishops to trust that these “two forms” of the Roman Rite would peacefully coexist and enrich one another. After thirteen years however, it became evident that this dream was not going to materialize.  

Damit endet die Zweiteilung des römischen Ritus, die Papst Benedikt befürwortete, als er Summorum pontificum schrieb. Er erfand den Begriff „außerordentliche Form“, um sich auf die älteren Riten zu beziehen, und nannte die erneuerten Riten die „ordentliche Form“. Der Römische Ritus hatte nie in zwei Formen gleichzeitig existiert, doch genau das stellte er sich vor. Er forderte die Bischöfe auf, darauf zu vertrauen, dass diese „zwei Formen“ des römischen Ritus friedlich nebeneinander existieren und sich gegenseitig bereichern. Nach dreizehn Jahren wurde jedoch klar, dass dieser Traum nicht wahr werden würde.

Clearly, some individuals find serene enjoyment in attending Mass according to the older rites and have no other agenda. But, overall, opening up more space for the older rites has deepened conflict in the Church and led to politicization of the Eucharist. This was always a danger. Traditionalist movements—both those that went into schism, as did the followers of Archbishop Marcel Lefebvre, and those who remained in communion with Rome—have long been associated with hard-right and authoritarian political regimes. Everything from the effort to restore the monarchy in France (a hopeless cause), to suppression of the indigenous peoples of Brazil (an ongoing problem), has flown under the flag of Catholic traditionalism. Pope Benedict did not believe the danger was there, but it was.

 

Es ist klar, dass manche Menschen heitere Freude daran haben, die Messe nach den älteren Riten zu besuchen, und die keine andere Absicht haben. Aber insgesamt hat die Öffnung von mehr Raum für die älteren Riten den Konflikt in der Kirche vertieft und zu einer Politisierung der Eucharistie geführt. Das war immer eine Gefahr. Traditionalistische Bewegungen – sowohl diejenigen, die wie die Anhänger von Erzbischof Marcel Lefebvre in die Spaltung gingen, als auch diejenigen, die mit Rom verbunden blieben – werden seit langem mit rechtsextremen und autoritären politischen Regimen in Verbindung gebracht. Alles, von den Bemühungen um die Wiederherstellung der Monarchie in Frankreich (eine hoffnungslose Sache) bis zur Unterdrückung der indigenen Völker Brasiliens (ein anhaltendes Problem), ist unter der Flagge des katholischen Traditionalismus geflogen. Papst Benedikt glaubte nicht an die Gefahr, aber sie war da.


Opposition to Pope Francis has also found a base in traditionalist communities. His teaching on marriage and family, his call for pastoral accompaniment, and especially his commitment to ecological responsibility and economic justice, have been virulently opposed in such circles. It is no accident that the American Cardinal Raymond Burke, one of the pope’s most public antagonists, is a worldwide chaplain to Catholic traditionalist communities, or that the Austrian who threw the Pachamama statue into the Tiber during the Amazon Synod was a traditionalist, or that when the disgruntled former Vatican diplomat, Archbishop Carlo Maria Viganò, tried to unseat Pope Francis, he allied himself with traditionalists.


Die Opposition gegen Papst Franziskus hat auch in traditionalistischen Gemeinschaften eine Basis gefunden. Seine Lehre über Ehe und Familie, sein Ruf nach seelsorgerlicher Begleitung und vor allem sein Engagement für ökologische Verantwortung und ökonomische Gerechtigkeit werden in solchen Kreisen heftig bekämpft. Es ist kein Zufall, dass der amerikanische Kardinal Raymond Burke, einer der öffentlichsten Gegner des Papstes, ein weltweiter Kaplan der katholischen Traditionalisten ist, oder dass der Österreicher, der die Pachamama-Statue während der Amazonas-Synode in den Tiber geworfen hat, ein Traditionalist war, oder das, Als der verärgerte Ex-Diplomat des Vatikans, Erzbischof Carlo Maria Viganò, versuchte, Papst Franziskus abzusetzen, verbündete er sich mit Traditionalisten.


Even beyond the scandal of a series of attacks on a reigning pope, a political struggle over the enduring legacy of an ecumenical council has been hanging in the balance. Vatican II’s opening to the world—its commitment to ecumenism, interfaith dialogue, and discerning the signs of the timeshas been sharply criticized and rejected by advocates for the older rites.

 

Selbst über den Skandal einer Reihe von Angriffen auf einen amtierenden Papst hinaus, hängt ein politischer Kampf um das bleibende Erbe eines ökumenischen Konzils in der Schwebe. Die Öffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils zur Welt – sein Engagement für Ökumene, interreligiösen Dialog und das Erkennen der Zeichen der Zeit – wurde von Befürwortern der älteren Riten scharf kritisiert und abgelehnt.


Pope Francis has, no doubt, been hearing for a long time about such tensions and difficulties, but a turning point was reached when he commissioned a worldwide survey of bishops to evaluate Summorum pontificum. The results of the survey were deeply troubling, compelling him to act, he said in a letter accompanying his motu proprio.


Papst Franziskus hat zweifellos schon lange von solchen Spannungen und Schwierigkeiten gehört, aber ein Wendepunkt war erreicht, als er eine weltweite Umfrage unter Bischöfen in Auftrag gab, um Summorum pontificum zu bewerten. Die Ergebnisse der Umfrage seien zutiefst beunruhigend und zwangen ihn zum Handeln, sagte er in einem Begleitschreiben zu seinem Motu proprio.

 

Opening up more space for the older rites has deepened conflict in the Church and led to politicization of the Eucharist.

 

Die Öffnung von mehr Raum für die älteren Riten hat die Konflikte in der Kirche vertieft und zu einer Politisierung der Eucharistie geführt.


The actual responses have not been made public. Only one document has been leaked: the summary report from France. It was fair-minded, yet also critical. Crucially, it observed that the goals of Pope Benedict’s project—reconciliation and enrichment—had not been reached. In a nice turn of phrase, the French bishops reported that those who desired the older rites were “pacified,” but not reconciled.

 

Die tatsächlichen Antworten wurden nicht veröffentlicht. Nur ein Dokument ist durchgesickert: der zusammenfassende Bericht aus Frankreich. Er war fair, aber auch kritisch. Vor allem stellte er fest, dass die Ziele des Projekts von Papst Benedikt – Versöhnung und Bereicherung – nicht erreicht wurden. In einer schönen Wendung berichteten die französischen Bischöfe, dass diejenigen, die die älteren Riten wünschten, „befriedet“, aber nicht versöhnt wurden.


We’ve certainly seen harmful results in the United States, which has the world’s highest proportion of locations offering the older rites. Instead of promoting greater harmony with and closeness to the universal Church, broad availability of the older rites has been used as an opportunity to create a “church within a Church,” a community apart from the mainstream. Dubious pastoral practices have attended this development, such as using the Baltimore Catechism instead of the Catechism of the Catholic Church, or reading the Douay-Reims Bible in preference to modern Scripture translations. It is not just a matter of lace and Latin. A reactionary thought world is being cultivated as well.

 

Wir haben sicherlich schädliche Ergebnisse in den Vereinigten Staaten gesehen, die den weltweit höchsten Anteil an Orten haben, die die älteren Riten anbieten. Anstatt eine größere Harmonie und Nähe zur Universalkirche zu fördern, wurde die breite Verfügbarkeit der älteren Riten als Gelegenheit genutzt, eine „Kirche in der Kirche“ zu schaffen, eine Gemeinschaft abseits des Mainstreams. Zweifelhafte pastorale Praktiken haben diese Entwicklung begleitet, wie die Verwendung des Katechismus von Baltimore anstelle des Katechismus der Katholischen Kirche oder das Lesen der Douay-Reims-Bibel gegenüber modernen Bibelübersetzungen. Es geht nicht nur um Spitze und Latein. Auch eine reaktionäre Gedankenwelt wird gepflegt.


One can hardly overstate the noise that freeing the older rites has introduced into liturgical discussions, even though the actual number of traditionalists remains small. A constant stream of criticism has poured forth from traditionalist enclaves challenging liturgical decisions flowing from the reform, such as use of the vernacular, Communion in the hand, women in the sanctuary, and the priest facing the people at Eucharist. This noisy opposition grabs attention and causes distraction. A graver problem is that some adherents of the older rites have sown doubts about the validity of the liturgical reform overall, and propagate the erroneous view that the reformed liturgy represents a betrayal of orthodoxy and a departure from “the true Church.” Rather than a softening, there has been a hardening of ideological opposition to the Council as a whole. This is no trivial matter. When someone attacks the liturgical reform, they attack the Council.

Der Lärm, den die Befreiung der älteren Riten in die liturgischen Diskussionen gebracht hat, kann kaum überschätzt werden, auch wenn die tatsächliche Zahl der Traditionalisten gering bleibt. Ein ständiger Strom von Kritik ist aus den traditionalistischen Enklaven hervorgegangen, die liturgische Entscheidungen, die sich aus der Reform ergeben hatten, in Frage stellten, wie die Verwendung der Landessprache, die Handkommunion, Frauen im Altarraum und der Priester, der dem Volk bei der Eucharistie gegenübersteht. Diese laute Opposition erregt Aufmerksamkeit und verursacht Ablenkung. Ein schwerwiegenderes Problem besteht darin, dass einige Anhänger der älteren Riten Zweifel an der Gültigkeit der Liturgiereform insgesamt gesät haben und die irrige Ansicht verbreiten, dass die erneuerte Liturgie einen Verrat an der Rechtgläubigkeit und eine Abkehr von „der wahren Kirche“ darstellt. Die ideologische Opposition gegen das Konzil als Ganzes hat sich nicht hat sich nicht gemildert, sondern verhärtet. Dies ist keine triviale Angelegenheit. Wenn jemand die Liturgiereform angreift, greift er das Konzil an.


This situation is getting worse, too. Leading voices among traditionalists in Am7erica lately have totally abandoned Benedict’s project of “mutual enrichment.” There can be no real peace with the newer liturgical forms, they argue, because the reformed rite is fundamentally flawed, a modernist creation. It is not even a rite, they claim, but a mere “construction.”

 

Auch diese Situation wird immer schlimmer. Führende Stimmen unter Traditionalisten in Amerika haben Benedikts Projekt der „gegenseitigen Bereicherung“ in letzter Zeit komplett aufgegeben. Mit den neueren liturgischen Formen könne es keinen wirklichen Frieden geben, weil der erneuerte Ritus grundlegend fehlerhaft sei, eine modernistische Schöpfung. Es sei nicht einmal ein Ritus, behaupten sie, sondern eine bloße „Konstruktion“.


In this context, Pope Francis’s move is one of great strategic importance. It corrects the balance. It safeguards the integrity of the Council. It decisively rejects frivolous claims (“this isn’t what the Council wanted”; “the reformed liturgy is irreverent and unorthodox”), and calls everyone back to one common path. It will not eliminate political conflicts or disagreements in the Church, but it deprives traditionalists of the possibility of using the Eucharist as a hub of resistance to the Council and its legitimate implementation.

 

In diesem Zusammenhang ist der Schritt von Papst Franziskus von großer strategischer Bedeutung. Er korrigiert das Gleichgewicht. Er schützt die Integrität des Konzils. Er weist leichtfertige Behauptungen entschieden zurück („das wollte das Konzil nicht“; „die erneuerte Liturgie ist respektlos und nicht rechtgläubig“) und ruft alle auf einen gemeinsamen Weg zurück. Er wird keine politischen Konflikte oder Meinungsverschiedenheiten in der Kirche beseitigen, aber er beraubt Traditionalisten der Möglichkeit, die Eucharistie als Drehscheibe des Widerstands gegen das Konzil und seine legitime Umsetzung zu nutzen.


Some have charged that Pope Francis acted autocratically in abrogating Summorum pontificum, but actually his actions have been far more collegial than those his predecessors took in expanding availability of the older rites. A brief look at the history reveals this. In 1980, when Pope John Paul II was considering giving an indult for celebration of the Tridentine Mass, he took a survey of the world’s bishops. Most expected it to cause division and were opposed. Only 1.5 percent were in favor. Nevertheless, he went ahead with it. He was hoping to effect a reconciliation with Archbishop Lefebvre and his followers who had broken with the Church because they would not accept Vatican II. This outreach proved unsuccessful.

 

Einige haben geklagt, dass Papst Franziskus bei der Aufhebung von Summorum pontificum autokratisch gehandelt habe, aber tatsächlich waren seine Handlungen weitaus kollegialer als die seiner Vorgänger bei der Erweiterung der Verfügbarkeit der älteren Riten. Ein kurzer Blick in die Geschichte zeigt dies. Als Papst Johannes Paul II. 1980 erwog, ein Indult für die Feier der tridentinischen Messe zu geben, führte er eine Umfrage unter den Bischöfen der Welt durch. Die meisten erwarteten eine Spaltung und waren dagegen. Nur 1,5 Prozent waren dafür. Trotzdem ging er damit voran. Er hoffte auf eine Versöhnung mit Erzbischof Lefebvre und seinen Anhängern, die mit der Kirche gebrochen hatten, weil sie das Zweite Vatikanische Konzil nicht akzeptierten. Dieser Einsatz erwies sich als erfolglos.


When John Paul considered whether to broaden this permission in 1988, he didn’t ask the bishops. Instead, he consulted with the Congregation for the Doctrine of the Faith, headed by then-Cardinal Josef Ratzinger. Once again motivated by hope for the healing a the wound caused by schism (which is why the motu proprio is called Ecclesia Dei afflicta), he expanded access further. Still, there was no reconciliation with Lefebvre’s group, the Society of St. Pius X (SSPX).

 

Als Johannes Paul 1988 überlegte, ob er diese Erlaubnis ausweiten sollte, fragte er die Bischöfe nicht. Stattdessen beriet er sich mit der Glaubenskongregation unter der Leitung des damaligen Kardinals Josef Ratzinger. Erneut von der Hoffnung auf Heilung der durch das Schisma verursachten Wunde motiviert (deshalb heißt das Motu proprio Ecclesia Dei Afflicta), erweiterte er den Zugang noch mehr. Dennoch gab es keine Versöhnung mit Lefebvres Gruppe, der Bruderschaft St. Pius X (SSPX).


When Benedict XVI issued Summorum pontificum in 2007, he conducted no survey, but it appears that some bishops did voice doubts and try to dissuade him. He overruled them. History repeated itself; the overtures to the SSPX were again rebuffed. He said (in 2007) that the bishops could evaluate how Summorum pontificum was going in three years. But no evaluation was sought until 2020 when Francis sent out his survey.

 

Als Benedikt XVI. 2007 Summorum pontificum herausgab, führte er keine Umfrage durch, aber es scheint, dass einige Bischöfe Zweifel äußerten und versuchten, ihn davon abzubringen. Er hat sie überstimmt. Die Geschichte wiederholte sich; die Öffnungen hin zur SSPX wurden erneut zurückgewiesen. Er sagte (im Jahr 2007), dass die Bischöfe den Verlauf von Summorum pontificum in drei Jahren beurteilen könnten. Aber bis 2020, als Franziskus seine Umfrage verschickte, wurde keine Bewertung angestrebt.

 

If you want to find traditional liturgy, here it is—in the reformed rites.

 

Wenn Sie traditionelle Liturgie finden möchten, ist sie hier – in den erneuerten Riten.


Once Pope Francis consulted with the bishops of the world, he saw it all clearly. It was time to put his foot down. Accordingly, as of July 16, 2021, there is no more “Extraordinary Form” and “Ordinary Form.” There is but one form of the Roman Rite: the liturgy as it was reformed by decree of the Second Vatican Council. Pope Francis reaffirmed what his predecessors have also been saying since the Council: This reform is an expression of the living Catholic tradition.

 

Als Papst Franziskus die Bischöfe der Welt konsultierte, sah er alles klar. Es war an der Zeit, den Fuß zu setzen. Demnach gibt es ab dem 16. Juli 2021 keine „Außerordentliche Form“ und „Ordentliche Form“ mehr. Es gibt nur eine Form des Römischen Ritus: die Liturgie, wie sie durch ein Dekret des Zweiten Vatikanischen Konzils erneuert wurde. Papst Franziskus bekräftigte, was auch seine Vorgänger seit dem Konzil gesagt haben: Diese Reform ist Ausdruck der gelebten katholischen Tradition.


Tradition is not the preservation of old things, it is a vital reality, guided by the Holy Spirit working through the Church and its leadership. Francis is saying, if you want to find traditional liturgy, here it is—in the reformed rites. He has not outlawed the older rites altogether. The liturgical books antecedent to the reform may still be used to celebrate the liturgy (according to the 1962 edition) but under limited circumstances, not in parishes, and not at the whim of individual priests. It is up to the local bishop to decide when and where these liturgies may be celebrated, and by whom. Pope Francis has made it clear that the bishops are not to give this permission to anyone who challenges the legitimacy and orthodoxy of the reform or who rejects the authority of the pope and bishops. Any priest ordained after July 16, 2021 who wants to celebrate the older rites must obtain permission from his bishop and from Rome.

Tradition ist nicht das Festhalten an Altem, sie ist eine lebendige Realität, geleitet vom Heiligen Geist, der durch die Kirche und ihre Leitung wirkt. Franziskus sagt, wenn Sie traditionelle Liturgie finden wollen, dann ist sie hier – in den erneuerten Riten. Er hat die älteren Riten nicht ganz verboten. Die der Reform vorausgegangenen liturgischen Bücher können weiterhin zur Feier der Liturgie verwendet werden (gemäß der Ausgabe von 1962), jedoch unter begrenzten Umständen, nicht in Pfarrkirchen (wörtlich: Pfarreien; Anm. des Übersetzers) und nicht nach Lust und Laune einzelner Priester. Es ist Sache des Ortsbischofs zu entscheiden, wann und wo diese Liturgien von wem gefeiert werden dürfen. Papst Franziskus hat klargestellt, dass die Bischöfe diese Erlaubnis niemandem erteilen sollen, der die Legitimität und Rechtgläubigket der Reform in Frage stellt oder die Autorität des Papstes und der Bischöfe ablehnt. Jeder nach dem 16. Juli 2021 geweihte Priester, der die älteren Riten zelebrieren möchte, muss die Erlaubnis seines Bischofs und Roms einholen.


The bishop also gets to decide how long such celebrations may continue. Several American bishops have already been responding to Traditionis custodes as though they have carte blanche to continue use of the older rites indefinitely. This is not true. Francis has specifically said that their job is to guide these communities that currently follow the older rites to a state of mind and soul where they can celebrate the mainstream liturgy of the Church with full, heartfelt assent. This is the goal—not pacification, not perpetuation of the older rites, but rather the embrace of the reformed liturgy as a “unitary expression of the Roman Rite.” The bishop, as a custodian of tradition, is obliged to exercise his authority in concert with the Holy See, and this means walking in the direction outlined by Pope Francis.


Der Bischof kann auch entscheiden, wie lange solche Feiern fortdauern dürfen. Mehrere amerikanische Bischöfe haben bereits auf Traditionis Custodes reagiert, als ob sie eine Freikarte hätten, um die älteren Riten auf unbestimmte Zeit fortzusetzen. Das ist nicht wahr. Franziskus hat ausdrücklich gesagt, dass ihre Aufgabe darin besteht, diese Gemeinschaften, die derzeit den älteren Riten folgen, zu einem Geistes- und Seelenzustand zu führen, in dem sie die hauptsächliche Liturgie der Kirche mit voller und aufrichtiger Zustimmung feiern können. Dies ist das Ziel – nicht Befriedung, nicht Fortführung der älteren Riten, sondern die Annahme der erneuerten Liturgie als „einheitlicher Ausdruck des römischen Ritus“. Der Bischof als Hüter der Tradition ist verpflichtet, seine Autorität im Einvernehmen mit dem Heiligen Stuhl auszuüben, und das bedeutet, in die von Papst Franziskus vorgegebene Richtung zu gehen.


Most Catholics never objected to Benedict’s initiative because, as they viewed it, it pertained to a small group of people and wouldn’t affect them personally. In an age when individualism and consumer choice seem like the normal state of affairs, it didn’t seem outlandish to provide boutique alternatives for different liturgical tastes, even if this included a taste for a liturgy that had been superseded by a lawful reform called for by an ecumenical council. But liturgy is not just a matter of personal taste. It is a matter of faith and obedience. It belongs to the collective, which is why it is enshrined in law and subject to authority.

 

Die meisten Katholiken hatten nie Einwände gegen Benedikts Initiative, weil sie aus ihrer Sicht eine kleine Gruppe von Menschen betraf und sie nicht persönlich betreffen würde. In einer Zeit, in der Individualismus und Verbraucherwahl als normal erscheinen, schien es nicht abwegig, Boutique-Alternativen für unterschiedliche liturgische Geschmäcker anzubieten, selbst wenn dies eine Vorliebe für eine Liturgie beinhaltete, die von einem ökumenischen Konzil durch eine rechtmäßige Reform ersetzt worden war. Aber Liturgie ist nicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks. Es ist eine Frage des Glaubens und des Gehorsams. Sie gehört zur Gemeinschaft, ist deshalb gesetzlich verankert und einer Autorität unterworfen.


It’s worth remembering that establishing the reformed liturgy as the “unitary expression of the Roman Rite” does not in any way compromise the Church’s commitment to inculturation, as Swiss liturgical scholar Martin Klöckener has rightly noted. Inculturation is an entirely different question, because in every case the reformed Roman Rite is the basis of inculturation.

 

Es sei daran erinnert, dass die Etablierung der erneuerten Liturgie als „einheitlicher Ausdruck des römischen Ritus“ das Bekenntnis der Kirche zur Inkulturation in keiner Weise beeinträchtigt, wie der Schweizer Liturgiewissenschaftler Martin Klöckener zu Recht feststellte. Inkulturation ist eine ganz andere Frage, denn in jedem Fall ist der reformierte römische Ritus die Grundlage der Inkulturation.


Pope Francis wants to advance the liturgical reforms of Vatican II. His recent decision to open instituted ministries of lectors and acolytes to women gives evidence of this, as does his emphasis on the Word of God, mystagogy, and liturgical catechesis. Through his openness to inculturation, his decision concerning washing women’s feet on Holy Thursday, his return of authority over liturgical translations to the bishops, and even by restricting private Masses at St. Peter’s Basilica in favor of concelebration, he has pressed forward with the reform.

 

Papst Franziskus will die liturgischen Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils vorantreiben. Davon zeugt seine jüngste Entscheidung, die Ämter von Lektoren und Akolythen für Frauen zu öffnen, ebenso wie seine Betonung des Wortes Gottes, der Mystagogie und der liturgischen Katechese. Durch seine Offenheit für die Inkulturation, seine Entscheidung zur Fußwaschung für Frauen am Gründonnerstag, die Rückgabe der Autorität über liturgische Übersetzungen an die Bischöfe und sogar durch die Einschränkung der Privatmessen im Petersdom zugunsten der Konzelebration hat er die Reform vorangetrieben.


The last surviving Italian bishop who participated in the Second Vatican Council is the retired bishop of Ivrea, Luigi Bettazzi, age 98. He is also the last surviving signer of the “pact of the catacombs” (a pledge made by 40 council fathers to embrace evangelical poverty, humility, charity, justice, and witness).  Four days after Francis promulgated his motu proprio, and surely with these events in mind, he said, “We are halfway across the ford, but let’s remember that we still have to cross it.” The ford is the full implementation of Vatican II.

 

Der letzte noch lebende italienische Bischof, der am Zweiten Vatikanischen Konzil teilnahm, ist der im Ruhestand lebende Bischof von Ivrea, Luigi Bettazzi, 98 Jahre alt. Er ist auch der letzte noch lebende Unterzeichner des „Pakts der Katakomben“ (ein Versprechen von 40 Konzilsvätern zur Annahme evangelische Armut, Demut, Nächstenliebe, Gerechtigkeit und Zeugnis). Vier Tage nachdem Franziskus sein Motu proprio verkündet hatte, und sicherlich mit Blick auf diese Ereignisse, sagte er: „Wir sind auf halbem Weg über die Furt, aber denken wir daran, dass wir sie noch überqueren müssen.“ Die Furt ist die vollständige Umsetzung des Zweiten Vatikanischen Konzils.


Rita Ferrone
is the author of several books about liturgy, including Liturgy: Sacrosanctum Concilium (Paulist Press). She is a contributing writer to Commonweal.

Rita Ferrone ist Autorin mehrerer Bücher über Liturgie, darunter: Liturgie: Sacrosanctum Concilium (Paulist Press). Sie ist Autorin bei Commonweal.

Arbeitsübersetzung von Pater Albert Knebel OSB, Mag. theol. mit Diplomarbeit im Fach Liturgiewissenschaft. Vorsitzender der Liturgiekommission der Beuroner Benediktiner Kongregation. Konventualprior der Abtei Neresheim.

Für Hinweise auf sprachliche bzw. theologische oder andere sachliche Fehler bin ich sehr dankbar.

Abtei Neresheim, 28.07.2021

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Motu proprio "Traditionis custodes" unseres Heiligen Vaters Papst Franziskus

Neues Motu Proprio "Traditionis Custodes" erschienen

Papst Franziskus schränkt Feier der Alten Messe ein

2007 hatte Papst Benedikt XVI. mit "Summorum Pontificum" die Feier der Alten Messe deutlich erleichtert. Jetzt nimmt Papst Franziskus die damaligen Regelungen wieder weitgehend zurück. Das Motu Proprio "Traditionis Custodes" sieht die ordentliche Form als "einzige Ausdrucksweise" des römischen Ritus.

Papst Franziskus hat die Feier der "Alten Messe" größeren Einschränkungen unterworfen. Das am Freitag veröffentlichte Motu Proprio "Traditionis Custodes" ("Wächter der Tradition") legt fest, dass es dem Diözesanbischof obliegt, die liturgischen Feiern seiner Diözese zu regulieren und es in seiner alleinigen Zuständigkeit liegt, die Feier der Messe in ihrer außerordentlichen Form zuzulassen. Damit schränkt der Papst den von seinem Vorgänger Benedikt XVI. mit dem Motu Proprio "Summorum Pontificum" (2007) erleichterten Zugang zur "Alten Messe" deutlich ein.

Bischöfe müssen sicherstellen, dass Gruppen, die die Liturgie in der Form von 1962 feiern, nicht die Gültigkeit und Legitimität der Liturgiereform leugnen. Sie müssen eine oder mehrere Orte festlegen, an denen die Alte Messe gefeiert werden kann, jedoch nicht in Pfarrkirchen und ohne neue Personalpfarreien zu errichten. Neben weiteren Bestimmumgen müssen Bischöfe dafür Sorge tragen, dass keine neue Gruppen, die die außerordentliche Form feiern, errichtet werden. Das Motu Proprio legt zudem fest, dass die bisher auf Latein vorgetragenen Lesungen künftig in der Landessprache vorzulesen sind.

Scharfe Kritik des Papstes an spalterischen Tendenzen durch Alte Messe

In einem Begleitschreiben zum Motu Proprio betonte Papst Franziskus, dass die Ergebnisse einer von der Glaubenskongregation in seinem Auftrag durchgeführten Umfrage unter den Diöezsanbischöfen eine Situation zu Tage gefördert habe, die ihn "beunruhigt und bedrückt". "Bedauerlicherweise wurde das pastorale Ziel meiner Vorgänger, die beabsichtigt hatten, 'alles zu tun, damit alle, die wirklich den Wunsch nach Einheit haben, die Möglichkeit finden, in dieser Einheit zu bleiben oder sie neu zu entdecken', oft ernsthaft missachtet, so der Papst. Die Großherzigkeit der Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. sei "ausgebeutet" worden, "um die Trennungen zu vergrößern, die Unterschiede zu verstärken und Unstimmigkeiten zu fördern, die die Kirche verletzen, ihren Weg blockieren und sie der Gefahr der Spaltung aussetzen".

 

Ein letzter Grund für meine Entscheidung ist folgender: Immer deutlicher wird in den Worten und Haltungen vieler der enge Zusammenhang zwischen der Wahl der Zelebrationen nach den liturgischen Büchern vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil und der Ablehnung der Kirche und ihrer Institutionen im Namen dessen, was man die "wahre Kirche" nennt.

Zitat: Papst Franziskus, Begleitschreiben zum Motu Proprio

Zugleich zeigte sich der Papst traurig über liturgische Missbräuche allgemein, auch bei der Feier der Messe in der ordentlichen Form. Auch nach der Liturgiereform stehe der römische Ritus in Treue zur Tradition: "Wer mit Hingabe nach früheren Formen der Liturgie feiern möchte, findet im reformierten Römischen Messbuch nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil alle Elemente des Römischen Ritus, insbesondere den Römischen Kanon, der eines seiner prägenderen Elemente darstellt", betont der Papst.

Mit seiner Entscheidung wendet sich Franziskus auch dagegen, dass die Zurückweisung der Liturgiereform mit einer Zurückweisung des Zweiten Vatikanischen Konzils im Namen einer angeblich "echten Kirche" verbunden wird: "Zur Verteidigung der Einheit des Leibes Christi sehe ich mich gezwungen, die von meinen Vorgängern gewährte Möglichkeit zu widerrufen. Der verzerrte Gebrauch, der von dieser Möglichkeit gemacht wurde, steht im Widerspruch zu den Absichten, die zur Gewährung der Freiheit, die Messe mit dem Missale Romanum von 1962 zu feiern, geführt haben."

Zelebration der Alten Messe bedarf bischöflicher Genehmigung

Priester, die nach dem Erscheinen des neuen Motu Proprio ordiniert werden, müssen die Feier der Alten Messe bei ihrem Bischof beantragen, dieser hat vor seiner Genehmigung den Heiligen Stuhl zu konsultieren, Priester, die bereits die Alte Messe feiern, sollen bei ihrem Bischof um eine Genehmigung bitten, dies weiterhin zu tun. Die Gemeinschaften, die sich der Alten Messe verschrieben haben, fallen künftig unter die Zuständigkeit der Ordenskongregation, die zusammen mit der Gottesdienstkongregation den Heiligen Stuhl in allen Fragen der Alten Messe vertritt. Mit "Traditionis Custodes" werden alle zuvor geltenden Regelungen außer Kraft gesetzt, also auch "Summorum Pontificum". Die Unterscheidung des Römischen Ritus in eine "ordentliche" und eine "außerordentliche" Form nimmt das neue Motu Proprio nicht wieder auf. Stattdessen gilt die Feier der Messe in ihrer durch Paul VI. und Johannes Paul II. festgelegten Gestalt als "einziger Ausdruck der 'lex orandi' des Römischen Ritus".

Papst Benedikt XVI. hatte mit dem Motu Proprio "Summorum Pontificum" zum 14. September 2007 die Feier der Messe nach den Messbüchern von 1962 wesentlich erleichtert. Das Schreiben erkannte die alte und die neuere Form als gleichermaßen rechtgläubige, aber nicht gleichberechtigte Formen des römischen Ritus an. Normalform der Messe ist demnach die ordentliche Form, wie sie Papst Paul VI. in seiner Liturgiereform im Nachgang des Zweiten Vatikanischen Konzils verfügte. Die Feier der Liturgie in der letzten vor der Reform veröffentlichten Fassung von 1962 gilt als außerordentliche Form. Unter den Bestimmumgen von "Summorum Pontificum" wurde es allen Priestern erlaubt, die außerordentliche Form ohne Gemeinde ohne Einschränkungen zu feiern, Bischöfe sind gehalten, die Wünsche von Gläubigen nach der Alten Messe nach Möglichkeit zu erfüllen.

Paul VI. sah Festhalten an alter Form als "Symbol der Verurteilung des Konzils"

Papst Paul VI. hatte sich deutlich gegen Zugeständnisse für Priester und Bischöfe gewandt, die nach der Liturgiereform an der Alten Messe festhalten wollten. Gegenüber dem französischen Philosophen und Schriftsteller Jean Guitton bezeichnete er den Widerstand gegen die neue Liturgie als "Symbol der Verurteilung des Konzils". War die Verwendung der Liturgie in ihrer Fassung vor der Liturgiereform nach der Reform zunächst überhaupt nicht zugelassen, erlaubte Papst Johannes Paul II. in den 1980er Jahren die Feier der "Alten Messe" aus pastoralen Gründen und mit bischöflicher Sondergenehmigung. 1988 hatte er die Kommission Ecclesia Dei eingerichtet, die die Wiederherstellung der Einheit mit traditionalistischen Gruppen aus dem Umfeld von Erzbischof Marcel Lefebvre, dem Gründer der Piusbruderschaft, zum Auftrag hatte. Papst Franziskus hat die Kommission Ecclesia Dei 2019 aufgelöst und ihre Aufgaben an die Glaubenskongregation übertragen. 

Das neue Motu Proprio hatte sich in den vergangenen Wochen bereits abgezeichnet. Prominente Fürsprecher der Alten Messe hatten sich mit Plädoyers zu Wort gemeldet, so der ehemalige Präfekt der Liturgiekongregation, Kardinal Robert Sarah, der in Benedikt XVI. einen "Papst des liturgischen Friedens" sah, und der emeritierte Bischof von Hongkong, Kardinal Joseph Zen, der betonte, dass die "Alte Messe" seiner Einschätzung nach nicht zu Spaltungen unter den Gläubigen führe.

Im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass die Glaubenskongregation die Bischöfe der Weltkirche nach ihren Erfahrungen mit der außerordentlichen Form und der Anwendung von "Summorum Pontificum" befragt hatte. Fürsprecher der Alten Messe reagierten besorgt auf die Umfrage, die auch nach negativen Aspekten gefragt hatte. Die später bekannt gewordenen Rückmeldungen aus der französischen Bischofskonferenz zeichneten ein Bild einer durch die Liturgie gespaltenen Kirche und stießen in traditionalistischen Kreisen auf Widerspruch. In einer eigenen Erhebung betonte die internationale Una-Voce-Föderation, eine Initiative zur Förderung der traditionellen Liturgie, dass die Alte Messe vor allem junge Menschen und Familien erreiche und keineswegs spalte. Schätzungen zufolge zelebriert etwa ein Prozent der Priester weltweit in der außerordentlichen Form. (fxn)

 

 

Text aus www.katholisch.de

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Mit großer Freude begrüße ich die überaus weise und klare Entscheidung unseres Heiligen Vaters Papst Franziskus, die Messfeier gemäß den vorkonziliaren Büchern nur noch unter strikten Restriktionen zuzulassen. In der Sorge um die Einheit der Kirche hat er deutlich gemacht, dass die liturgische Erneuerung in Ausführung des Konzilskonstitution "Sacrosanctum Concilium" des II. Vatikanischen Konzils notwendig und richtig war. Mit großer Genugtuung lese ich, dass das Motu Proprio "Traditionis Custodes" die ordentliche Form als "einzige Ausdrucksweise" des römischen Ritus sieht. Auch hat Papst Franziskus der Unordnung ein Ende gesetzt: ein Priester darf nun nicht mehr ohne Erlaubnis des Diözesanbischofs das Missale Romanum vor der Erneuerung von 1970 verwenden.

Ich bin froh und erleichtert, dass sowohl mein Vorgänger als auch ich Zelebrationen im nun mehr Gott sei Dank nicht mehr so genannten außerordentlichen Ritus in unserer Abteikirche nie gestattet haben.

Pater Albert Knebel OSB,
Konventualprior

Ab 1.8.2021: öffentliche Sonntagsmesse in der Abteikirche Neresheim um 9:00 Uhr

 


Ab Sonntag, 1. August 2021 wird an den Sonntagen und gesetzlich geschützten kirchlichen Feiertagen jeweils um 9:00 Uhr in der Abteikirche Neresheim eine heilige Messe öffentlich gehalten.

Diese Sonntagsmesse wird am Volksaltar in der Nähe der Gemeindebänke gefeiert. Dabei werden vom Stil der Feier her die Gemeindemesse und das Konventamt zusammengeführt. D.h. die Gemeinde singt Kirchenlieder und der Konvent singt Gregorianik. Die vom Konventamt bisher gewohnten Elemente des Stundengebets zur Terz, ein Hymnus und vier Psalmabschnitte, werden herausgenommen und mit der Mittagshore um 12:05 verbunden.

Die Mund- und Nasenbedeckung (medizinische oder FFP2 Maske) muss von allen Gottesdienstteilnehmern ab 6 Jahren während des gesamten Gottesdienstes getragen werden. Die Gläubigen dürfen wieder singen, aber nur mit aufgesetzter Maske. Lediglich die liturgischen Dienste wie Zelebrant, Lektor, Cantor und Prediger setzen für ihren jeweiligen Part die Maske ab.

Weiterhin wird die heilige Kommunion ausschließlich als Handkommunion gereicht.

Die Teilnehmer müssen sich in eine Liste eintragen oder sich vorher anmelden.
Der Diözesanbischof hat angeordnet, dass eine vorherige Anmeldung nicht mehr notwendig, aber empfohlen ist:
Telefon: 07326 / 85 190 (10:00 bis 11:45 Uhr. 16:00 bis 17:45 Uhr).
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Diese einzige Sonntagsmesse um 9:00 Uhr ist ein Experiment für sechs Monate. Bereits im November 2021 werden wir eine Zwischenbilanz ziehen. Für Ihre Erfahrungen und Rückmeldungen sind wir gerne ansprechbar.

Alle drei Konzerte in Abteikirche Neresheim auf 2022 verschoben

 

 

 

 

 

Alle drei Konzerte in Abteikirche Neresheim auf 2022 verschoben

 

Die drei Konzerte der Reihe „Internationale Konzerte in der Abteikirche Neresheim“ können in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht wie geplant stattfinden.

 

Das für den 25. Juli 2021 geplante Konzert wurde bereits Anfang des Jahres auf das kommende Jahr verschoben. Im Mai haben dann die Verantwortlichen der Royal Academy of Music, London schweren Herzens die Entscheidung getroffen, dass die Werkwoche der Studenten und somit auch das Abschlusskonzert in diesem Jahr nicht stattfinden können, weil eine Planung der Reise mit Studenten aus vielen Ländern unter Pandemiebedingungen sehr schwierig und das Risiko, dass die Teilnehmer nach der Rückkehr in England in Quarantäne müssen, zu groß ist. Das letzte Konzert am 26. September musste wegen Erkrankung des Organisten abgesagt und auf das nächste Jahr verschoben werden.

 

Das ist zwar für alle Beteiligten und für die treuen Freunde der Konzertreihe eine traurige Nachricht, aber wir freuen uns gemeinsam, dass die Konzerte mit den gleichen Künstlern um ein Jahr verschoben werden konnten. Die neuen Termine werden baldmöglichst bekannt gegeben,

 

 

Die bereits gekauften Tickets behalten ihre Gültigkeit.

Tourist-Information Neresheim, Hauptstr. 21, 73450 Neresheim, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Telefon 07326/8141

 

 

 

 

 

                                                                                                                                                            



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