Köchin für die Mönche in Neresheim - schwaepo 14.11.

Köchin für die Mönche in Neresheim

Klosterleben Daniela Zimmermann lässt die Redaktion der Oschtalbkoscht in die Küche der Benediktinerabtei blicken. Sie erzählt, was die sieben Mönche im Kloster Neresheim gerne speisen.
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Neresheim

Unseren Mönchen soll es gut gehen, das liegt uns am Herzen“, sagt Daniela Zimmermann. Die 57-Jährige hat einen besonderen Arbeitsplatz – als Köchin in der Klosterküche Neresheim. „Hier haben Außenstehende normalerweise keinen Zutritt“, betont sie, als sie den Hintereingang zum Konvent für die Redaktion der Oschtalbkoscht aufschließt.

Für den Besuch haben wir uns einen besonderen Zeitpunkt ausgewählt: Montag, 11. November, am späten Vormittag. „Heute hat nicht nur unser Pater Martin seinen Namenstag, sondern wir begehen auch einen Feiertag erster Ordnung, den Heiligen Martin“, erklärt Hauswirtschafterin Inge Steiner zur Begrüßung in der Klosterküche. Zusammen mit Köchin Daniela Zimmermann bereitet sie das Festmahl vor.

„Zuerst gibt es Suppe, dann Entenbrust mit Gemüse vom Hokkaidokürbis, Käsebratnockerln und Spätzle, zum Nachtisch einen Bratapfel mit Sahne und Lebkuchen an Weinsoße“, erzählt Daniela Zimmermann. Fürs Abendessen sei schon eine Pizza vorbereitet. Und zur Feier des Tages habe Inge Steiner eine ihrer leckeren Torten gebacken: Mandelbaiser auf Sauerkirschsahne.

„Wir haben heute acht Esser: unsere sieben Mönche und einen Gast“, sagt die Klosterköchin, während sie später am Herd die letzten Handgriffe tätigt. Anschließend füllt sie für jeden Mönch die Hauptspeise und die Beilagen in separate kleine Schüsseln. Die Schüsseln sind mit den individuellen Namensschildern der Mönche versehen. Das übrige Essen kommt in Glasschüsselchen mit der Aufschrift „Nachreichen“.

Von Tischdienern und Vorlesern

„Punkt 12.15 Uhr bringen wir das Mittagessen in den Speisesaal. Während des Essens dürfen wir den Saal dann nicht betreten“, erklärt Daniela Zimmermann. Im Saal sei reihum einer der Mönche als Tischdiener im Einsatz. Er serviere Getränke, reiche Essen nach und bringe nach dem Mahl die Reste zurück in die Küche. Ein zweiter Mönch sei als Tischleser eingeteilt. „Er liest während des Essens alles Mögliche vor“, sagt Inge Steiner. „Denn gemäß der benediktinischen Regel kommt zur körperlichen Nahrung auch die geistige Nahrung.“ Alle Rituale – Gebete, Gottesdienste und Lesungen – würden in die Küche übertragen. Wie eh und je per Lautsprecher.

Und auch das gehört zu den Regeln rund ums Essen: An Feiertagen erster Ordnung wie Allerheiligen oder Heiliger Martin gebe es zum Mittagessen Wein und zum Abendessen Bier. „An Feiertagen zweiter Ordnung gibt es keinen Wein zum Mittagessen, nur Bier zum Abendessen“, erzählt Daniela Zimmermann. Beispielsweise zählten der Tag der Deutschen Einheit oder Christkönig am 24. November zur zweiten Ordnung.

Alles frisch zubereitet

Nur an hohen Feiertagen gibt es für unsereMönche zum Mittagessen einen Wein.

Daniela Zimmermann
Köchin im Kloster Neresheim

„In der Adventszeit essen wir montags, mittwochs, freitags und samstags fleischfrei.“ Im übrigen Jahr sei aber zwischendurch auch mal mäßig Fleisch angesagt. Gesunde Ernährung, alles immer frisch zubereitet, laute die Devise im Konvent. „Ich soll sparsam wirtschaften, aber gute Produkte einkaufen“, betont die Köchin. Gemüse und Salat beziehe sie aus dem Klostergarten.

Daniela Zimmermann schaut aus dem Küchenfenster direkt auf die Beete, auf denen der Gärtner des Konvents noch Ackersalat gepflanzt hat. Die letzten Paprikaschoten habe er jetzt zum Nachreifen ins Haus geholt.

Haben die einzelnen Mönche auch Lieblingsessen, vielleicht sogar Wunschkost? „Bei uns gibt es normale schwäbische Küche, aber auch Spaghetti oder Pizza sind begehrt. Und wenn einer der Mönche krank ist, bekommt er auf Wunsch eine gute Hühnerbrühe“, verrät die Köchin. „Wir backen zu Namenstagen kleine Kuchen, aktuell gibt es süße Martinsgänse, wir füllen Nikolaustüten.“ Das sei wie daheim in der Familie. Der älteste Pater werde 90 Jahre alt. „Da entwickele ich beinahe Gefühle wie zu einem Vater.“

Auf Nachwuchssuche

Als sie nach der Ausbildung im Landgasthof „Oggenhausener Keller“ und späteren Dienstjahren im Krankenhaus ins Kloster Neresheim gekommen sei, habe es ihr dort gleich gefallen. Der Blick auf die herrliche Landschaft, die moderne Kücheneinrichtung. Damals hätten aber noch 15 Mönche im Konvent gelebt.

„Heute sei der Jüngste unter den sieben Benediktinern zwar erst 27 Jahre jung, vier der Mönche zählten aber bereits zu den 1930er Jahrgängen. „Zusätzliche Männer sind hier willkommen“, ergänzt Inge Steiner.

Nachwuchs spielt auch im übrigen Konvent eine Rolle. „Zehn Jahre lang hatten wir einen Bäcker, der jeden Freitag um 3 Uhr kam und dann einen Morgen lang für die ganze Woche Brot gebacken hat“, erzählt Daniela Zimmermann. Sie nimmt die Redaktion der Oschtalbkoscht mit in die verwaiste Backstube. „Als 75-Jähriger hat sich der Mann diese Arbeit nicht mehr zugetraut“, sagt sie und fragt: „Kennen Sie vielleicht jemand, der daran Freude hätte?“

Wann Feines auf den Tisch kommt

Saisonal und regional: Darauf legt Daniela Zimmermann großen Wert, wenn sie den wöchentlichen Speiseplan für die sieben Mönche im Kloster Neresheim zusammenstellt. Suppe ist jeden Tag im Angebot, zum Nachtisch gibt’s häufig frisches Obst oder Kompott. Die Köchin in der Klosterküche verrät, welche Hauptspeisen zum Wochenprogramm zählen: zum Beispiel Tafelspitz mit Meerrettichsoße, ein Reis-Quark-Auflauf, Cordon bleu mit Kartoffelgratin, Mangold mit Salzkartoffeln und Spiegelei oder auch ein Fischfilet mit Lauchgemüse.

Wir fragen nach: Und was kommt am Sonntag für die Mönche auf den Tisch? Womöglich ein Zwiebelrostbraten? „Nein“, sagt die Köchin und erklärt: „Besonders feine Gerichte gibt es bei uns nur an Weihnachten oder Neujahr. Die hohen Feiertage sollten sich doch von einem normalen Sonntag unterscheiden“, meint sie.

Wir verlassen die Küche des Konvents. Durch all die guten Düfte, die uns dort um die Nasen wehten, verspüren wir inzwischen Magenknurren. Wie gut, dass die Klostergaststätte im Gebäude gegenüber täglich geöffnet ist. Die Wirtsleute bieten gut bürgerliche Küche mit alten Klosterrezepten und typisch schwäbischen Gerichten an.

Ich schaue die Speisekarte genauer an. Und was entdecke ich dort? Tatsächlich: Rostbraten mit zweierlei Zwiebeln, Bratensoße und Butterspätzle.

Insgeheim nehme ich mir an diesem ganz normalen Montagmittag vor: An einem der nächsten Tage wird’s für mich einfach nur Gemüsesuppe geben.

Einkaufen und essen

Klostergutladen: Regional und saisonal einkaufen auf dem Gelände des Neresheimer Konvents. Geöffnet Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag von 9.30 bis 11.30 Uhr, freitags auch von 15 bis 17 Uhr, mehr unter www.klostergut-neresheim.de

Klostergaststätte: täglich ab 10 Uhr geöffnet, Infos: www.klosterhospiz-neresheim.de/gaststaette

© Schwäbische Post 14.11.2019 19:15

 

17.11.: Knabenchor Abtei Neresheim singt in der Vesper

 

 

Sonntag, 17. November 2019, Abteikirche Neresheim, 14:30 Uhr, Vesper

 

Der Knabenchor Abtei Neresheim singt ein- und mehrstimmige Chorsätze, sowie gemeinsam mit dem Konvent Gregorianik.

 

EINZUG:   I will magnify thee - Joseph Corfe (1741-1820)
ERÖFFNUNG:   Deus, in adiutorium - Tonus festivus - Gregorianik
PSALMEN mit ANTIPHONEN:
1. Antiphon:    Dixit Dominus - Gregorianik, um 1000
Psalm 109 (110):    Dixit Dominus - Alessandro Grandi (um 1575 - 1630)
2. Antiphon:    Miserator Dominus - Gregorianik, ca. 12. Jahrhundert
Psalm 110 (111):    Confitebor tibi - Gregorianik in alternatim Anonymus 16. Jahrhundert
3. Antiphon:    Sit nomen Domini - Gregorianik, um 1000
Psalm 112 (113):    Laudate pueri - Gregorianik
4. Antiphon:    Quoniam confortavit - Gregorianik, um 1000
Psalm 147  (147 B):   Lauda Ierusalem - Gregorianik in alternatim Wolfram Menschick (1937-2010)
RESPONSORIUM:   Lead, kindly Light - Text: John Henry Newman (1801 – 1890). Musik: Arthur Sullivan (1842-1900)
HYMNUS:   Iucunda lux - Gregorianik in alternatim George Malcolm (1917-1997)
VERSIKEL:   Dirigatur oratio mea - Moritz Brosig (1815- 1887)
ANTIPHON ZUM MAGNIFICAT:   Tradent enim vos - Gregorianik, 10./11. Jahrhundert
MAGNIFICAT:   C minor  - George Dyson (1883-1932)
BENEDICAMUS:   Sonntag per annum - Gregorianik
ZUR AUSSETZUNG DES ALLERHEILIGSTEN:   Tantum ergo - Gregorianik, Verona, 11. Jahrhundert, in alternatim Carl F. Schalk (*1929)
NACH DEM SAKRAMENTALEN SEGEN:   Nunc dimittis in unison - George Dyson (1883-1932)
AUSZUG: Orgel

 

Zeitliche Profess unseres Bruders Matthias am 3.3.2019

 

Sonntag, 3. März 2019, 16.00 Uhr

 

Im Rahmen eines Wortgottesdienstes im Kapitelsaal unseres Klosters hat heute unser Bruder Matthias Maucher OSB die Zeitliche Profess auf drei Jahre gemacht und damit die benediktinischen Gelübde der Beständigkeit, des klösterlichen Lebenswandels und des Gehorsams abgelegt.

 

Wir Neresheimer Mönche freuen uns sehr über diesen großen Schritt unseres Bruders Matthias und bitten auch künftig um das Gebet für unseren Bruder Matthias und für unsere Klostergemeinschaft.

 

Im Sinne der Kirche hat für unseren Bruder Matthias mit der Zeitlichen Profess eine dreijährige Phase der weiteren Klärung und Bewährung vor einer endgültigen Entscheidung begonnen.

 

Br. Matthias nimmt nun als Mitglied der Gemeinschaft weiterhin an unserem klösterlichen Leben in Gebet und Arbeit teil.


Er hat weiter wöchentlich Unterricht bis einschließlich 30.8.2019:
- Benediktusregel und heutige Lebensform: Pater Albert
- Gesang: Hochschulmusikdirektor emer. Friedemann Keck
- Latein (Bibel- und Kirchenlatein): Pater Albert
- Liturgie: Pater Albert
- Ordens- und Hausgeschichte: Pater Gregor
- Psalmen: Pater Albert

 

Ebenso wird Bruder Matthias weiterhin an den Juniorenwerkwochen der Beuroner Kongregation teilnehmen.

 

In Vorbereitung einer Tätigkeit bei uns hat Bruder Matthias als Mitglied unserer Gemeinschaft am 2.9.2019 eine Buchhändlerlehre in der Klosterbuchhandlung der Abtei Münsterschwarzach begonnen. Er lebt in dieser Zeit als klösterlicher Gast im Konvent in Münsterschwarzach und kommt an den kirchlichen Feiertagen und zwischendurch zu uns nach Neresheim.

 

Wir lesen zur Zeit im Konvent

Aktuelle Tischlesung:

F. Donald Logan: Geschichte der Kirche im Mittelalter. Aus dem Englischen übersetzt von Karl H. Nicolai. Darmstadt, 2005. Titel der englischen Ausgabe: A History of the Church in the Middle Ages. London, 2001

 

 

Aktuelle Kompletlesung:

Henry J.M. Nouwen: Nimm sein Bild in dein Herz : Geistliche Deutung eines Gemäldes von Rembrandt. Übertragung ins Deutsche von Ulrich Schütz. 7. Aufl., Freiburg i.Br., 1998. Titel der amerikanischen Originalausgabe: Canvas of Love : Reflections on a Rembrandt. Toronto, 1991. Titel der englischen Ausgabe: The return of the Prodigal Son  : A story of Homecoming. London, 1999.

 

 

Warum Latein in der Liturgie?

 

Warum Latein in der Liturgie?

 

Wir Benediktinermöche im Kloster Neresheim singen in unserem Konventamt (Heilige Messe) und in unserem gemeinsamen Chorgebet (d.h. Monastisches Stundengebet; Liturgia horarum monastica) viele Teile auf Latein. Warum das?

 

Die Mehrzahl der liturgischen Texte, die in lateinischer Sprache verfasst sind, geht auf die Antike zurück; es handelt sich um literarisch bedeutende Texte unseres Glaubens, die im Laufe der Jahrhunderte durch ununterbrochene Tradition gebraucht und weitergegeben worden sind. Moderne Übersetzungen sind diesem Sprachfluss und der inhaltlichen Tiefe selten gewachsen.
Entsprechendes gilt auch für die Gregorianik: Die Melodien sind mehr als 1000 Jahre alt und bezwecken, die vorwiegend der Bibel entnommenen lateinischen Texte musikalisch zur Geltung zu bringen. Sie sind Teil der ältesten europäischen Musik, die bis heute gepflegt wird und gehören zum lebendigen Erbe abend-
ländischer Kultur

 

Die lateinische Liturgie und die Gregorianik betrachten wir daher als einen Schatz – sowohl für die Kirche wie auch für die Menschheit überhaupt. Aus diesem Grund pflegen wir diese Tradition. Durch den besonderen Reichtum diese Texte werden wir allmählich innerlich geprägt und unser Gebet wird gefördert.
Wer ohne Lateinkenntnisse oder mit geringen Lateinkenntnissen in unser Kloster eintritt, erhält im Noviziat Unterricht in Bibel- und Kirchenlatein.
Für das bessere Verstehen der lateinischen stehen Texte in deutscher Übersetzung zur Verfügung.

 

Die Lesungen aus der Heiligen Schrift und aus den Kirchenvätern tragen wir immer auf Deutsch vor.

 

Was singen wir in Latein?

 

VIGIL: An bestimmten Hochfesten je nach Festgrad: Invitatorium, Hymnus, Responsorien, Te Deum.
An jedem Sonntag und Festtag: Te decet laus.

LAUDES: An Weihnachten, Ostern und Pfingsten singen wir die Laudes ganz in Latein.
Taglich singen wir in den Laudes lateinisch: Responsorium, Hymnus, Versikel, Benedictus mit Antiphon und Abschluss.

TERZ: Täglich singen wir den Hymnus lateinisch, an bestimmten Hochfesten auch die Psalmodie.

KONVENTAMT: Täglich singen wir das gregorianische Proprium und Ordinarium.
Orationen, Lesungen und Eucharistisches Hochgebet sind auf Deutsch.

VESPER: Täglich ganz auf Latein gesungen; Schriftlesung auf deutsch.

KOMPLET: Täglich wird die Marianische Antiphon lateinischisch gesungen.
An Hochfesten und Festen unter der Woche sind alle Gesänge auf Latein, die Schriftlesung auf deutsch.

 

Bitte beachten:

 

Die Heilige Messe, d.h. sowohl das Konventamt als auch die Gemeindemesse feiern wir immer gemäß der vom Hochheiligen Ökumenischen Zweiten Vatikanischen Konzil beschlossenen und unter der Autorität des heiligen Papstes Pauls VI. und des heiligen Papstes Johannes Paul II. durchgeführten liturgischen Erneuerung, d.h. im Ritus ordinarius.

 

Im Stundengebet singen wir die Psalmen in lateinischer Sprache gemäß der 1979 unter der Autorität des heiligen Papstes Papst Johannes Paul II. herausgegebenen Nova Vulgata Bibliorum Sacrorum Editio, Editio typica altera.



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