Auswärtige Knabenchöre

 

Knabenchöre in der Abteikirche Neresheim

Knabenchöre aus aller Welt sind zu Gast in der Abtei Neresheim.
Sie geben Konzerte in der Abteikirche und gestalten Gottesdienste des Mönchskonvents mit.
Bei den Konzerten ist freier Eintritt. Die Chorknaben bitten am Ende der Konzerte und Gottesdienste um eine Spende.

Idee und Realisierung:

P. Prior Albert Knebel OSB, Benediktinerabtei, 73450 Neresheim

Tel: 07326 / 85 190 (10-12 Uhr). E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Stuttgarter Hymnus-Chorknaben
Leitung: Rainer Johannes Homburg
Samstag, 06.05.2017, 16.00 Uhr, Konzert
Eintritt frei. Um Spenden wird gebeten.
Sonntag, 07.05.2017, 10.00 Uhr, Konventamt

 

collegium iuvenum Knabenchor Stuttgart
Leitung: Michael Čulo
Samstag, 14.10.2017, 16.00 Uhr, Konzert
Eintritt frei. Um Spenden wird gebeten.
Sonntag, 15.10.2017, 10.00 Uhr, Konventamt

 

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Aalener Nachrichten 30.05.2016

Bezaubernder Chorgesang

Englischer Knabenchor in der Abteikirche Neresheim

Neresheim gk Der Chor der Kathedrale aus dem englischen Peterborough hat am Sonntag die zahlreichen Zuhörer in der Neresheimer Abteikirche bezaubert. Peterborough ist eine Großstadt nördlich von Cambridge. Die Kathedrale ist über 1000 Jahre alt, sie gehört zu den bedeutendsten mittelalterlichen Kirchenbauten in England.

Die Kontakte zu Neresheim, darauf wies Prior Administrator Albert Knebel in seiner Begrüßung hin, kamen über die Londoner Royal Academy of music zustande. Der Chor aus 20 Knaben und jungen Männern unter der Leitung von Steven Grahl hatte bereits am Sonntagvormittag die Messe mitgestaltet und sang am Nachmittag ein wunderschönes Konzert in der Abteikirche. In ihrem Programm präsentierten die jungen Engländer in ihren roten Gewändern eine ausgewogene Mischung aus zeitgenössischen und traditionellen Chorwerken.

Und sie taten dies auf einem sehr hohen Niveau, mit einer ausgesprochen sorgfältigen und inspirierten Interpretation. Das verfügbare Klangvolumen war von den ersten Farewell Songs von Charles Hubert Parry bis zum abschließenden „Nunc dimittis“ von Gustav Holst schlicht überwältigend. Diese prächtige Klangfülle konnte sich orgelgleich im weiten Kirchenraum entfalten. Die Intonation war auch in heiklen, weil eng beieinander liegenden Harmonien sicher und makellos. Es wurde sehr aufmerksam und konzentriert gesungen.

Steven Grahl konnte mit sparsamer, unauffälliger Gestik dirigieren, da der Chor quasi auf jeden Fingerzeig prompt reagierte. Diese hohe Präsenz der jungen Sänger führte zu dynamisch fein abgestuften Interpretationen der verschiedenen Werke wie etwa dem achtstimmigen Magnificat in C von Palestrina oder den beiden Lobgesängen von Henry Purcell „Evening Hym“ und „O God, thou art my God“. Aber auch in den von Michael Tippett moderat modern bearbeiteten traditionellen Spirituals fand sich der Chor mit glockenhellem Knabensopran über den sonoren Tenor - und Baritonstimmen der jungen Männer problemlos zurecht. Die Chorgesänge wurden durch zwei sensibel interpretierte Orgelwerke, einem „Voluntary in A“ von Maurice Green und dem Bach’schen „Kyrie Gott Heiliger Geist“ gegliedert.

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Ein Genuss für Freunde junger Stimmen

Augsburger Domsingknaben erfüllen die Klosterkirche Neresheim mit jubilierendem Chorgesang

 

Die Augsburger Domknaben in der Klosterkirche Neresheim

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Neresheim jm In der Reihe der vielen Knabenchöre, die Abtadministrator Albert Knebel in den vergangenen Jahren nach Neresheim holte, nehmen die Augsburger Domsingknaben eine Spitzenposition ein. Davon haben sich am Samstag zahlreiche Freunde junger Stimmen in der Klosterkirche überzeugt.

Vorsichtig und zurückhaltend erkundeten die 36 Knaben- und Männerstimmen die wegen ihres extrem langen Nachhalls als schwierig bekannte Akustik der weiträumigen Kirche. Dafür wählten sie die Einstimmigkeit der Gregorianik. Mit dem Introitus „Quasimodo geniti“ griffen sie – ganz aktuell – in das liturgische Gesangsprogramm des „Weißen Sonntags“, den die katholische Kirche am ersten Sonntag nach Ostern begeht.

Nach dem schlichten Unisono-Choral boten die Augsburger unter Leitung ihres Dirigenten Julian Müller-Henneberg einen überzeugenden Beweis meisterlichere Mehrstimmigkeit mit einem faszinierenden Werk von Josquin Deprez. Mit jubilierendem Klang füllte der Chor den weiten Raum bis in die Höhe der Zentralkuppel hinein.

Kontrastwirkung erzeugte das österliche „Regina coeli“ von Meinrad Spieß, in dem die wunderschön reinen und schlanken Knabenstimmen in Wetteifer mit den kräftig vollen Stimmen der Choristen traten. Den gleichen Hymnus, diesmal von Gregor Aichinger sang der Chor in prächtigem Zusammenklang.

Die Augsburger Domsingknaben stehen zwar in jahrhundertealter Tradition der großen Meister der Kirchenmusik. Bewusst pflegt Julian Müller-Henneberg aber auch die moderne Tonsprache zeitgenössischer Komponisten. Wirkungsvolle Beispiele dafür lieferte er mit zwei Werken von Siegfried Strohbach, einem Komponisten der Stuttgarter Schule. Der Chor meisterte den komplizierten Sprechgesang ebenso wie die rasante Wellenbewegung, die sich durch den ganzen Kirchenraum zog. Auch Hugo Distlers anspruchsvolle Komposition „Wie der Hirsch schreiet“ gelang höchst transparent und scharf akzentuiert.

Exquisites Programm und glasklare Transparenz

Funkelnde Klangsteine alter Meister wie Orlando di Lasso („Super flumina Babylonis“) und Palestrina („Sicut cervus desiderat“) sowie das Sanctus und Benedictus aus der glanzvollen Missa „Pange lingua“ rundeten das exquisite Programm ab.

Die gleichen Teile aus der „Missa choralis“ von Johann Nepomuk David, für das Neresheimer Konzert angekündigt, erklangen erst am Sonntagabend in der Aalener Stadtkirche. In glasklarer Transparenz und ausgefeilter Perfektion lieferten die Augsburger als einer der führenden Knabenchöre Deutschlands auch hier einen überzeugenden Beweis ihres herausragenden Könnens. Es gab für die Auffühung lang anhaltenden Beifall.

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Tief gehender Gesang der Domsingknaben

Die jungen Sänger konzertierten in der Aalener Stadtkirche und der Abtei Neresheim

Die Augsburger Domsingknaben sehen ihre Hauptaufgabe in der Mitgestaltung der Gottesdienste im Dom der Fuggerstadt. Dass die jungen Sänger unter der Leitung von Julian Müller-Henneberg auch international hoch beachtete Konzerte geben, zeigten sie am vergangenen Wochenende in der Abteikirche Neresheim sowie der evangelischen Stadtkirche Aalen.

Christine Bausch

Für das Konzert in der Abteikirche Neresheim hatten die Augsburger Domsingknaben das Programm auf 45 Minuten gekürzt. (Foto: Benedikt Walther)

Es ist ein Kontrastprogramm, welches die Augsburger Domsingknaben bei ihrem Wochenendbesuch auf der Ostalb bewältigen. Und dies nicht nur musikalisch. Erwarten Sänger wie Zuhörer in der Aalener Stadtkirche bei den sonntäglichen Konzerten stets ausgewogene Wärmegrade, so begrüßen am Samstagnachmittag in der Abteikirche Neresheim eisige Temperaturen das zahlreich strömende Publikum.
Es ist nur folgerichtig, dass der Knabenchor dort, mit Rücksicht auf alle Anwesenden, sein weit gespanntes Programm kürzt. Doch auch ein nur 45-minütiges Klangerlebnis der hohen Schule des Chorgesangs vermag die Besucher restlos zu überzeugen. Kompositionen von Renaissance bis Moderne im Gepäck, stellt sich der A-Chor der Augsburger Domsingknaben unter der Leitung von Julian-Müller Henneberg der sehr speziellen Akustik der Abteikirche mit A-Capella-Werken von Josquin Desprez (1450-1521) bis Siegfried Strohbach (geb. 1929).
Aus seinen „6 Evangelien Motetten“ wird „Jesus und die Ehebrecherin“ so zur großen Herausforderung. Vor dem Eingang zur Turmkapelle formen die Choristen spröde Harmonien, Reibungen, Dissonanzen. In vollster Konzentration entsteht ein spannungsgeladener Raumklang. Dieser steht in perfektem Kontrast zur wohlklingenden Harmonik Orlando die Lassos „Super flumina Babylonis“, mit glockenhellen Sopranstimmen über ausgefeiltem Chorklang.
Palestrinas „Sicut cervus desiderat“ verströmt innige Gläubigkeit, Hugo Distlers anspruchsvolles „Wie der Hirsch schreit“ glänzt mit reifer Dynamik und rhythmischer Flexibilität. Vom Quartett bis zum vollen Chorklang verändern sich die Besetzungen, der zeitweilige Standortwechsel in die Mitte der Abteikirche ist hierbei eher für die Optik als für die Akustik hilfreich. Werke unbekannterer Komponisten wie Meinrad Spieß oder Johann Kaspar Aiblinger bereichern den Hörgenuss. Die Augsburger Domsingknaben zeigen auf der Ostalb, zu welch ausgereifter gesanglicher Leistung jugendliche Stimmen fähig sind.

© Schwäbische Post 05.04.2016

 

 

 

 

 

 

 

 

Chorknaben im Kloster

Die Hymnus-Chorknaben überzeugten in Neresheim mit Chormusik aus fünf Jahrhunderten

Singend nehmen die Stuttgarter Hymnus-Chorknaben die Klosterkirche in Besitz. Mit einem vierstimmigen Taizélied auf den Lippen ziehen sie ein – stimmungsvoller Auftakt für ein schönes Konzert mit anspruchsvoller Chormusik aus fünf Jahrhunderten.

Beate Krannich

 
 
 
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Die etwa 50 Sänger nehmen vor der Vierung, unterhalb der Kanzel Aufstellung. Dieser Standort nah am Publikum erweist sich akustisch als günstig, ist doch der barocke Kirchenraum bekannt für seinen langen Nachhall. Das erste Stück mag irritieren: Hohe Stimmen intonieren das bekannte Adventslied „Maria durch ein Dornwald ging“, in tiefer Lage erklingt das Kyrie eleison wie ein Antwortruf. Das Kyrie entstammt der deutschen Messe „Vom Himmel und der ganzen Welt“, eine Komposition von Moritz Eggert, die er für den Kirchentag in Stuttgart schrieb.
Die Hymnus-Chorknaben werden das Werk Anfang Juni zur Uraufführung bringen. Während ihres Probenwochenendes im Kloster Neresheim arbeiteten die Sänger mit Chorleiter Rainer Johannes Homburg daran und geben dem Publikum vorab schon kleine Kostproben. Wie das wirkungsvolle Gloria, das die Hörer mit einem vielschichtigen Klangbild überrascht. Der Bass buchstabiert Gloria wörtlich als ostinatoähnlichen, hämmernden Sprechgesang, darüber skandiert der Tenor den deutschen Text wie eine Litanei, überlagert von bruchstückhaften Text- und Melodiefetzen der hohen Stimmen – ein starker Eindruck, der Interesse weckt, das ganze Werk kennenzulernen. Der Knabenchor gefällt auch mit alter Musik. Klangschön Giovanni Gabrielis achtstimmige Motette „Benedictus“. Das Musizieren in drei Gruppen schafft eine faszinierende Raumwirkung. Schwungvoll und lebendig folgt der Choralsatz „In dir ist Freude“ von Giovanni Gastoldi. Große Melodiebögen entfaltet Felix Mendelssohn Bartholdys Werk „Herr, nun lässest du“.
Der britische Komponist Howard Goodall schreibt Filmmusik und Musicals. Seine heitere Vertonung von Psalm 23 bringt die hellen Knabenstimmen besonders gut zur Geltung. Satt harmonisch, klingt sie fast ein wenig zu gefällig. Rainer Johannes Homburg dirigiert und motiviert die Sänger mit sparsamer Gestik. Unter seiner Leitung meistert der Chor abschließend die bekannte Motette „Jesu, meine Freude“ von Johann Sebastian Bach. Der freudige Applaus gilt auch Joachim Priesner, der das Programm mit zwei Orgelstücken bereicherte.

© Schwäbische Post 18.05.2015 15:27:08

 



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